1. Mai : Polizisten mit Nebelgranate beworfen

Es war in diesem Jahr der schlimmste 1. Mai seit langem: Doch die 479 verletzten Polizisten wurden bei den Ausschreitungen in Kreuzberg nicht nur durch die üblichen Steine und Flaschen getroffen, sondern 47 von ihnen offenbar auch durch eine Nebelgranate aus Altbeständen des britischen Militärs – wie erst jetzt bekannt wurde.

Tanja Buntrock

Diese wurde aus einer Gruppe von Gewalttätern gezündet, so berichtet der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf.

Das ausströmende Gas habe dazu geführt, dass die betroffenen Beamten sofort die Orientierung verloren und sich angeblich nur noch kriechend fortbewegen konnten, sagte Pfalzgraf. Der Gewerkschafter kritisiert, dass die Polizeiführung weder die Beamten noch die Anwohner darüber informiert habe. „Es war lange nicht klar, um was für ein Gas es sich handelte“, sagt Pfalzgraf. „Der Polizeipräsident hat es versäumt, in diesem Fall die notwendige Transparenz herzustellen.“

Diese Vorwürfe weist die Polizei entschieden zurück. Der Vorfall sei „umfassend und abschließend untersucht und ausgewertet“ worden. Noch bevor das Ergebnis vor bereits mehreren Monaten in verschiedenen Medien kommuniziert worden sei, seien die Polizisten „über den Inhalt selbstverständlich informiert worden“. Die Untersuchung habe ergeben, dass es sich bei der Bombe um einen „britischen Nebelwurfkörper“ gehandelt habe, der mit CS-Reizgas gefüllt war.

„Dieses Gas ist auch in handelsüblichen Sprays zur Selbstverteidigung und stellt keine grundsätzliche Gesundheitsgefährdung dar“, sagte ein Polizeisprecher. Trotz Reizung der Augen und Atemwege sei kein Beamter vom Dienst abgetreten. Bei einer Nachuntersuchung habe man keine Schäden festgestellt.

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