300.000 Euro ergaunert : Hochstapler vor Gericht

Er ergaunerte 300.000 Euro, gestand vor Gericht seine Betrügereien - will sich aber nicht an Details erinnern können: Ein Hochstapler steht vor Gericht, er prellte drei Frauen und zwei Männer. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass er wegen derlei Delikten angeklagt ist.

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Der grauhaarige Mann fuhr im Maserati durch die Stadt, trug feinste Anzüge und stellte sich als erfolgreicher Börsenspezialist vor. Hager, blass und unscheinbar erschien der 64-Jährige am Dienstag vor Gericht. Heinz J. gaunerte sich durchs Leben - als Liebesschwindler, Hochstapler. Der vorbestrafte Betrüger brachte von Februar 2008 bis Juli 2011 drei Frauen und zwei Männer um rund 300 000 Euro.

Der Angeklagte mit Goldrandbrille gestand und gab sich reserviert: „An Details habe ich keine Erinnerung.“ Heinz J. hatte den Opfern laut Anklage vorgegaukelt, er könne deren Geld in der Schweiz gut anlegen. Er zahlte ab und zu eine kleine Summe zurück, erweckte Vertrauen und erschlich einen noch größeren Batzen. Sicherheiten hätten die Geprellten gar nicht verlangt, sagte er. „Mein Auftreten hinterließ genug Eindruck.“ Das Geld ist weg. „Das habe ich für mich verbraucht.“   

Zwei der Frauen hatte J. über eine Partner-Börse im Internet kennengelernt. Eine 53-jährige Ärztin vertraute ihm insgesamt 118 000 Euro an. Sie habe dem Mann, der gut situiert wirkte mit einer Wohnung für 2500 Euro Miete und der eloquent auftrat, blind vertraut, sagte die Frau. Der Prozess geht Donnerstag weiter.

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