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A10 am Dreieck Nuthetal in Brandenburg : Nach Lasterbrand: Berliner Ring nach Osten frei, nach Westen weiter gesperrt

Ein Chemielaster ist Dienstag auf der A10 in Flammen aufgegangen. Der Ring in Richtung Osten ist seit Mittwochabend wieder frei, nach Westen ist er weiter gesperrt.

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In Flammen. Auf dem südlichen Berliner Ring ist ein Gefahrenguttransport nach einem Unfall in Brand geraten.
In Flammen. Auf dem südlichen Berliner Ring ist ein Gefahrenguttransport nach einem Unfall in Brand geraten.Foto: Julian Stähle/dpa

Nach dem Verkehrsunfall auf dem südlichen Berliner Ring wurde die Vollsperrung der A10 am Mittwochabend zumindest teilweise wieder aufgehoben. Der Autobahnabschnitt zwischen dem Dreieck Nuthetal und der Anschlussstelle Ludwigsfelde-West war nach dem Unfall am Dienstagmittag in beide Richtungen vollgesperrt worden.

"In östliche Richtung sind alle drei Spuren seit 20 Uhr wieder frei, an der Unfallstelle gilt aber noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion West Brandenburg am Donnerstagvormittag.

In westliche Richtung bleibt die A10 allerdings weiter vollgesperrt. "Die Fahrbahndecke muss ausgetauscht werden. Am Donnerstagabend wird entschieden, ob die Autobahn wieder komplett geöffnet wird" sagte der Polizeisprecher.

Reifen geplatzt: Sattelzug durchbrach Mittelleitplanke

Der Unfall hatte sich am Dienstagmittag etwa einen Kilometer hinter dem Autobahndreieck Nuthetal in östliche Fahrtrichtung ereignet.

Der Fahrer eines Sattelzugs mit Auflieger hatte demnach gegen 12.40 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war während der Fahrt ein Reifen an der Lenkachse des Sattelzugs geplatzt. Der Laster durchbrach die Mittelleitplanken und kippte auf der Gegenfahrbahn auf die Seite.

Ein Autofahrer konnte dem Hindernis in letzter Sekunde ausweichen. Das Fahrzeug landete laut Polizei im Straßengraben, der Fahrer wurde nicht verletzt. Ein zweiter Laster musste notbremsen, rutschte aber dennoch in den havarierten Sattelzug. Der Fahrer des zweiten Lasters kam unverletzt davon.

Treibstoff fängt Feuer: Laster brennt aus

Der 34-jährige Unfallfahrer kam laut Polizei ins Krankenhaus, war aber nur leicht verletzt und konnte es bald wieder verlassen. Der Sattelzug - ein Gefahrguttransport mit 2,6 Tonnen verschiedener Chemikalien an Bord - fing nach dem Unfall auf ganzer Länge Feuer. "Ausgelaufener Treibstoff ist in Brand geraten", hieß es bei der Polizei. Eine schwarze Rauchsäule stand über der Autobahn. Gegen 15 Uhr war das Feuer gelöscht.

Die hochgiftige Ladung lief aus. Um die Unfallstelle herum wurde ein 100-Meter-Sperrkreis eingerichtet. "Es besteht keine Gefahr für die Leute an der Unfallstelle und die Bewohner der umliegenden Gemeinden", hatte es am Dienstagnachmittag bei der Polizei geheißen. Offenbar hatte man sich mit dieser ersten Einschätzung getäuscht.

Neunzig Retter wegen Atembeschwerden behandelt

Die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark teilte am Mittwoch mit, dass 90 der 300 eingesetzten Rettungskräfte - Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter eines Abschleppunternehmens - mit Atembeschwerden behandelt werden mussten. Sie hatten offenbar giftigen Qualm eingeatmet. Vier Retter zeigten Vergiftungserscheinungen wie Brechreiz und Hautrötungen. "Inzwischen konnte alle Betroffenen das Krankenhaus wieder verlassen", hieß es bei der Kreisverwaltung.

Die Polizeidirektion West Brandenburg meldete am Mittwochvormittag acht verletzte Polizeibeamte. Sie seien nach einer ärztlichen Untersuchung wieder entlassen worden.

Feuerwehr mehr als 24 Stunden im Einsatz

Die Bergungs- und Aufräumarbeiten zogen sich vom Dienstagmittag bis in den Mittwochnachmittag hin. Der havarierte Chemielaster wurde mit einem Kran aufgerichtet und anschließend abtransportiert. Die Fahrbahn wurde mit Salzlauge von den Chemikalien gereinigt. Der Asphalt der Autobahn war durch die Hitze der Flammen und die Chemikalien beschädigt worden - am Donnerstag soll die oberste Schicht der Fahrbahn abgefräst und erneuert werden.

Laut Polizei entstand allein an den Fahrzeugen ein Sachschaden von 86.000 Euro. Durch die Vollsperrung des Berliner Rings bildeten sich am Dienstag und am Mittwoch lange Staus.

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