Abiball-Betrug : Easy-Abi-Betrugsskandal weitet sich aus

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Verdächtige, während die beiden mutmaßlichen Haupttäter weiter von der U-Haft verschont bleiben.

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Wut und Enttäuschung stehen den Schülern an der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf ins Gesicht geschrieben. Sie organisierten ihre Abiturfahrt über "EasyAbi". Das Geld ist futsch.
Wut und Enttäuschung stehen den Schülern an der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf ins Gesicht geschrieben. Sie organisierten...Foto: Spiekermann-Klaas

In der Abiball-Betrugsserie ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen mehrere Unternehmen und einen weiteren Mitgesellschafter der Event-Agentur "Easy Abi". Zu Details äußerte sich die Berliner Staatsanwaltschaft jedoch nicht. Dringender Tatverdacht bestehe weiterhin vor allem gegen den alten und den neuen Geschäftsführer der Firma "Easy Abi", David H. und Rainer S.. Ihnen wird schwere Untreue vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde gegen die am Samstag erklärte Haftverschonung der beiden Tatverdächtigen ein. "Darüber wurde noch nicht entschieden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag. Die beiden Männer im Alter von 27 und 64 Jahren waren am Freitag verhaftet, aber unter Meldeauflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Fahnder haben bislang 360.000 Euro auf verschiedenen Konten beschlagnahmt. "Woher genau das Geld stammt, ist noch unklar", hieß es aus der Behörde. Offenbar gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass der frühere und der jetzige Geschäftsführer bei dem Betrug "gemeinsame Sache" gemacht haben, sagte ein Beamter. Unter Geschäftsführer David H. und Mitgesellschafter Marcel L. waren die Abiball-Verträge im vergangenen Jahr mit den Schülern geschlossen worden. Von Dezember bis Mai ging das Geld der Schüler auf den Firmen-Konten ein. Anfang Mai verkauften sie ihr Unternehmen an Karl Heinz R.. Neuer Geschäftsführer wurde Rainer S.

Bei Schüler-Anwalt Karun Dutta laufen derweil noch immer Anfragen von Abi-Jahrgängen und einzelnen Eltern ein, die sich in rechtlichen Fragen beraten lassen wollen. "Doch geht die Unzufriedenheit jetzt in verschiedene Richtungen: Es gibt inzwischen auch Streit und Vorwürfe der Eltern an diejenigen Schüler, die die Konten verwaltet und die Verträge abgeschlossen haben." Dutta rät allen Beteiligten, sich zu solidarisieren. Ansonsten würden sie den Betrügern in die Hände spielen, weil denen ein Streit über die Rechtsverfolgung der Ansprüche innerhalb der Gruppe nutzen würde. "Genauso sind schon früher einige Betrüger davongekommen, was auch in diesem Fall die Vorgeschichte der mutmaßlichen Täter zeigt." (mit dapd)

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