Abschied von Sara : Totes Baby aus Neukölln wird Donnerstag beerdigt

Die Polizei sucht weiterhin Hinweise zu dem toten Baby, das in einem Neuköllner Altkleidercontainer gefunden worden war. Das Mädchen wird am Donnerstag beigesetzt.

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Der Fundort. In diesem Container in der Wildenbruchstraße zwischen Neukölln und Treptow fanden zwei Männer am 5. April die in einer Einkaufstüte verpackte Babyleiche.
Der Fundort. In diesem Container in der Wildenbruchstraße zwischen Neukölln und Treptow fanden zwei Männer am 5. April die in...Foto: dpa

Die Ermittler haben dem getöteten Baby den Namen Sara gegeben. Das Mädchen lag tot in einer Plastiktüte in einem Altkleidercontainer, den Mitarbeiter einer Recyclingfirma am 5. April in der Wildenbruchstraße entleerten und so den Leichnam entdeckt hatten. Damit der Säugling nicht namenlos bleibt, haben Ermittler des zuständigen Kommissariats beim Landeskriminalamt ihm den Namen Sara gegeben. Bei der Polizei hieß es, die Beamten fühlten sich "infolge der Ermittlungen dem kleinen Mädchen besonders verbunden" und stellten die einzigen Bezugspersonen des toten Kindes dar. Zudem soll jeder Trauernde damit die Möglichkeit erhalten, "sie in seinen Worten oder Gedanken würdevoll anzusprechen". In einigen Berichterstattungstexten war zuvor von "Container-Baby" die Rede gewesen.
Die Trauerfeier und anschließende Beisetzung erfolgt, wie berichtet, um 14 Uhr auf dem Alter St. Michael-Friedhof in der Neuköllner Hermannstraße 191. Der evangelische Polizeiseelsorger Reinhard Voigt wird die Trauerrede halten.

Bei der Polizei heißt es, "mit der Ruhestätte wird nahestehenden Personen des Kindes ein Ort der Trauer angeboten". Mit der Veröffentlichung des Termins der Trauerfeier erhoffen sich die Ermittler ganz offensichtlich, dass Saras Mutter oder andere Verwandte oder Freunde sich doch noch bei der Polizei melden. Aus vergleichbaren Fällen wisse man, "dass sich Mütter in einer ausweglosen Situation sahen und sich nicht zu helfen wussten". Allein mit diesem Satz beabsichtigt die Polizei laut einem Ermittler, der Mutter eine Brücke zu bauen und sich zu melden.

Zudem bittet die Polizei Zeugen, die eine Frau kennen, die schwanger war und nun kein Baby in ihrer Obhut hat, sich zu melden. Die Ermittler fragen: "Wem ist eine Frau aufgefallen, die sich seit einiger Zeit körperlich doer in ihrem Wesen verändert hat?" Hinweise an die Rufnummer (030) 4664 - 911 888 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Auch um die Beerdigung des toten Babys, das nur eine Woche später in einem Gebüsch in Hellersdorf gefunden worden war, haben sich die Ermittler gekümmert. Der kleine Max wurde am 30.April auf einem Friedhof in Biesdorf beigesetzt. Rund 60 Menschen nahmen Abschied von dem getöteten Baby. Max' Eltern sitzen als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Sie haben ihn verhungern und verdursten lassen, nachdem er nach der Frühgeburt nicht richtig trinken wollte. Einen Arztbesuch zogen die Eltern laut Ermittlern nicht in Erwägung, weil sie Angst vor den Kosten gehabt haben wollen.

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