''Action Weeks'' : Weitere Anschläge nach Einsatz gegen Besetzer

Die Anschlagsserie, die vermutlich mit den "Action Weeks“ der Autonomen in Zusammenhang steht, reißt nicht ab. Am Samstagmorgen stand erneut ein Auto in Flammen.

Florian Ernst

Gegen 2 Uhr entdeckte ein Passant den brennenden Mercedes, der in einer Parkbucht in der Straße Alt-Stralau in Friedrichshain abgestellt war. Das Feuer griff auch auf einen dahinter geparkten Peugeot über. Die Feuerwehr löschte den Brand, beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt.

Auf einer Internetseite der Autonomen wird der Brandanschlag als Reaktion auf die Räumung eines Hauses in Mitte gedeutet, das am Freitag von Autonomen besetzt worden war. Dabei hatte die Polizei 17 Personen festgenommen, die mittlerweile alle wieder frei sind.

In Lichtenberg warfen in der Nacht zu Sonnabend Unbekannte Farbeier gegen die Fassade des Amtsgerichts am Roedeliusplatz. Dort wurden in der Vergangenheit Räumungsklagen gegen zwei linke Wohnprojekte in Friedrichshain erwirkt. Der Staatsschutz ermittelt. Ebenfalls im Zusammenhang mit den Aktionen steht eine Wohnungsdurchsuchung bei einem Berliner Fotografen. Nach dem Brandanschlag auf sieben DHL-Transporter wird gegen den Journalisten wegen des Verdachts auf „Nichtanzeige geplanter Straftaten“ ermittelt. Anlass war nach Angaben des Fotografen eine Bemerkung, die er am Rande einer Demonstration gemacht hatte.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Durchsuchung hätten „keine rechtlichen Hindernisse“ entgegengestanden. Auch der Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wird sich zum Vorgehen der Polizei äußern müssen: Der Landesvorsitzende der Linken, Klaus Lederer, fordert den Innensenator auf, den Vorgang aufzuklären „und gegebenenfalls Maßnahmen, die zur Mäßigung des Vorgehens der Behörden beitragen“, zu ergreifen. Der Grünen-Politiker Benedikt Lux will in der nächsten Sitzung des Innenausschusses am 22. Juni ebenfalls beim Innensenator nachhaken. Zudem fordert er, dass sich der Leiter des Staatsschutzes dort äußert. „Wir werden den Vorfall prüfen“, sagte Körtings Sprecherin. Florian Ernst

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