Ätz-Graffiti : Neuer Flusssäure-Anschlag auf Telefonzelle

Erst gestern wurde ein Täter zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung wegen Sachbeschädigung mit Flusssäure verurteilt. Nun gibt es in Friedrichshain bereits einen neuen Fall.

BerlinIn Berlin sind wieder sogenannte Ätz-Graffiti entdeckt worden. Unbekannte hätten am Mittwochabend zwei Scheiben einer Telefonzelle in der Grünberger Straße in Friedrichshain mit einer unbekannten Flüssigkeit verätzt, sagte ein Polizeisprecher. Ob es sich bei der Substanz um Flusssäure handele, werde derzeit geprüft. Verletzt wurde niemand. Ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt wie in den vorangegangenen Fällen wegen schwerer Gefährdung durch Freisetzen von Giften und Sachbeschädigung.

Von Dienstag auf Mittwoch hatten unbekannte Täter zwei Trambahnhaltestellen und eine Telefonzelle in Friedrichshain mit Flusssäure beschädigt. Seit Jahresbeginn wurden in Berlin insgesamt 52 Anschläge mit hochgiftiger Flusssäure registriert, meist an Bus- und Tramhaltestellen sowie U-Bahnhöfen. Im vergangenen Jahr waren es 220 solcher Delikte.

Am Dienstag war erstmals in Berlin ein Täter wegen Schmierereien mit giftiger Flusssäure zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der 24-Jährige erhielt wegen Sachbeschädigung vom Amtsgericht Tiergarten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung. Dabei sei der Umstand als strafverschärfend bewertet worden, dass es sich bei Flusssäure um eine sehr gefährliche Flüssigkeit handele, sagte eine Gerichtssprecherin. (mit ddp)

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