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Amokangst in Kreuzberg : Verdächtiger versuchte es ein zweites Mal

Nach dem Amok-Alarm an einer Schule in Berlin-Kreuzberg hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Der Schüler soll am Dienstagmorgen vermummt und bewaffnet in dem Gebäude unterwegs gewesen sein. Am Mittwoch versuchte er es erneut - und wurde erwischt.

Großeinsatz an der Kreuzberger Hans-Böckler-Schule: In dem Oberstufenzentrum in der Lobeckstraße wird ein maskierter Mann gesichtet, der offenbar mit einer Pistole bewaffnet ist.
Großeinsatz an der Kreuzberger Hans-Böckler-Schule: In dem Oberstufenzentrum in der Lobeckstraße wird ein maskierter Mann...Foto: dpa

Der maskierte und bewaffnete Mann, der am Dienstagmorgen vor dem Oberstufenzentrum in der Kreuzberger Lobeckstraße gesichtet wurde, sei ein Schüler der Einrichtung, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Unbekannte war am Dienstag von mehreren Schülern und Passanten gesehen worden und zunächst wieder verschwunden.

Am Mittwoch tauchte er erneut an der Schule auf. Nachdem er versucht hatte, am eine Sprengstoffattrappe in der Schule zu deponieren, nahm ihn die Polizei fest. In einer ersten Vernehmung räumte er ein, auch hinter der Aktion am Dienstag gesteckt zu haben. Er habe sich einen "Scherz" mit seinen Mitschülern erlauben wollen.

Der stellvertretende Schuldirektor hatte die Polizei alarmiert, nachdem er dem maskierten Unbekannten begegnet war. Die Beamten hatten alle Räume durchsucht und ihn trotz Unterstützung von Spezialkräften nicht entdeckt. Erst nach vier Stunden wurde die Durchsuchung abgebrochen, die Schüler durften in ihren Klassen bleiben. Ob der Schüler mit der Aktion Prüfungen verhindern wollte, sei noch unklar.

Amok-Angst an Kreuzberger Schule
Großeinsatz an der Kreuzberger Hans-Böckler-Schule: In dem Oberstufenzentrum in der Lobeckstraße wird ein maskierter Mann gesichtet, der offenbar mit einer Pistole bewaffnet ist.Alle Bilder anzeigen
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11.05.2010 12:49Großeinsatz an der Kreuzberger Hans-Böckler-Schule: In dem Oberstufenzentrum in der Lobeckstraße wird ein maskierter Mann...

Der Fall erinnert an einen Einsatz vor zwei Jahren. Damals hatte ein bewaffneter, damals 21-jähriger Mann gedroht, in seiner Kreuzberger Ex-Berufsschule in der Wrangelstraße jemanden umzubringen. 2000 Schüler wurden in Sicherheit gebracht, bei einem Großeinsatz durchsuchte die Polizei alle Räume. Noch am selben Abend wurde der Täter festgenommen. Trotz Vorstrafen blieb das Amtsgericht Tiergarten 2009 bei einer Bewährungsstrafe: Wegen Morddrohungen habe er sich wegen Störung des öffentlichen Friedens schuldig gemacht. (sf/ho/dpa/ddp/Tsp)

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