Amstgericht Tiergarten : Bewährungsstrafe für Messerangriff auf Vater

Wegen eines Messerangriffs auf seinen Vater ist am Freitag ein 34-Jähriger vom Amtsgericht Tiergarten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Opfer bat um einen Freispruch für seinen Sohn..

Die Richter befanden den Angeklagten für schuldig, im März dieses Jahres seinen Vater im Streit mit einem Messer am Hals lebensgefährlich verletzt zu haben. Das Opfer hatte neben einer Mittelgesichtsfraktur mehrere Stich- und Schnittverletzungen erlitten, darunter eine klaffende Wunde quer über den Hals.

Vor Gericht hatte der nicht vorbestrafte Angeklagte über seinen Anwalt eine Erklärung abgegeben. Er sei "tief erschüttert" über das Geschehen und könne sich bis heute nicht erklären, wie es dazu kommen konnte. Den Angaben zufolge war der Tat eine Provokation des Vaters vorausgegangen, weil der Sohn diesen auf seine Depressionen angesprochen hatte. Der Vater habe ihn dann angespuckt, gegen den Heizkörper geschubst und dann ein Messer in der Hand gehabt. Als nächstes erinnere er sich an seine eigenen blutigen Hände, ließ der Angeklagte erklären.

Das Gericht ging zugunsten des Angeklagten davon aus, dass er den Notarzt alarmierte, bevor er floh. Damit sei der 34-Jährige freiwillig vom Tötungsversuch zurückgetreten, argumentierte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Ebenfalls strafmildernd sah das Gericht, dass der Vater selbst keine Strafverfolgung wollte. In einem Brief an die Richterin hatte der Mann geäußert, er habe seinem Sohn verziehen und wolle nicht, dass er bestraft werde. Er habe ihn mit Worten provoziert. Körperlich sei er jetzt wieder in Ordnung, schrieb der Vater, der bis heute in einer Reha-Klinik ist. (ddp)

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