Angriff auf jüdische Schüler : Richter erlässt Haftbefehle

Nach der Attacke gegen fünf Schüler der Jüdischen Oberschule wurde gegen zwei der vier mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen. Währenddessen würdigte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit die Zivilcourage der Zeugen, die zum Ergreifen der Täter führte.

BerlinDer ganz offenbar antisemitisch motivierte Angriff auf die fünf Jugendlichen sei unerträglich, erklärte Wowereit. Er hob hervor, dass Zeugen des Vorgangs die Polizei gerufen hätten und so eine schnelle Festnahme ermöglichten. Dies sei "ein Stück Zivilcourage", wie sie im Kampf gegen den Antisemitismus immer wieder gefordert werde.

Der Regierende Bürgermeister betonte, dass Berlin eine offene und tolerante Metropole ist: "Angesichts der deutschen Geschichte sind wir dankbar, dass sich in unserer Mitte wieder jüdisches Leben entfaltet." Dies gelte auch für jüdische Schulen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, unterstrich Wowereit. Um so mehr sei es notwendig, Gesicht zu zeigen gegen jede Form von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus.

Mehrere Punks hatten die fünf Jugendlichen gestern Nachmittag beleidigt und angegriffen. Die 15- bis 17-jährigen waren nach Schulschluss auf dem Heimweg, als sie von den Männern in der Oranienburger Straße antisemitistisch beschimpft wurden. Anschließend hetzten sie einen ihrer Hunde auf die Gruppe. Ein 15-Jähriger flüchtete vor dem Tier in eine Bäckerei. Die alarmierten Beamten nahmen die vier Tatverdächtigen vorläufig fest.

Zunächst hatte die Polizei alle vier Tatverdächtigen festgenommen. Zwei davon haben nach Polizeiangaben am Donnerstag Haftbefehl erhalten. Der 27- und 31-Jährige waren bei einer sofortigen Gegenüberstellung als Haupttäter wiedererkannt worden. Der Hund wurde in einem Tierheim untergebracht. Alle Schüler blieben unverletzt. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Die Jüdische Oberschule in der Große Hamburger Straße in Mitte ist eine konfessionsgebundene Privatschule, die von Schülern aller Religionszugehörigkeiten sowie Konfessionslosen besucht werden kann. (nal/küs/ddp)

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