Anklage : Bankchefin vor Gericht

Seit heute muss sich die frühere Chefin der Bank für mittlere und kleine Unternehmen (BkmU) vor Gericht verantworten. Die 54-Jährige steht im Verdacht, sich im Zuge des Insolvenzverfahrens der Bank finanziell bereichert zu haben.

Vor sechs Jahren musste die Bank für kleine und mittlere Unternehmen (BkmU) Insolvenz anmelden. Nun muss sich die frühere Chefin der Bank wegen versuchten Betrugs vor dem Berliner Landgericht verantworten. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Insolvenzverfahren zu Unrecht mehr als 400 000 Euro eingefordert zu haben.

Die Angeklagte begründete ihre hohen Forderungen mit dem Anspruch auf Anfindungszahlungen nach der Aufhebung ihres Dienstvertrages. Nach Ermittlungen standen diese der Beschuldigten aber nicht zu, da sie nicht vom Aufsichtsrat der BkmU genehmigt wurden. Die 54-jährige Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen.

Die BkmU wurde 1994 gegründet um Kleinunternehmern und Existenzgründern günstige Kredite anzubieten. 2002 wurde das Unternehmen von der Finanzaufsicht wegen Überschuldung geschlossen. Damals erhoben viele der rund 7000 Firmenkunden schwere Vorwürfe gegen die damalige Aufsichtsratsvorsitzende. Die Betroffenen schlossen sich zu einer „Interessenvereinigung BkmU- geschädigter Unternehmen zusammen. Sie warfen der Angeklagten vor, ihre Existenzen vorsätzlich zerstört zu haben, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen.

Der Prozess vor einer Wirtschaftsstrafkammer ist bis zum 11. April terminiert. (th)

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