Anschläge : Randalierer in Kreuzberg festgenommen

Auch in der Nacht zu Sonnabend gab es mehrere vermutlich politisch links motivierte Straftaten. In Kreuzberg wurde ein Mann festgenommen, der Fenster von "Carlofts" einschlug. In Schöneberg wurde eine Bank beworfen.

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uch in der Nacht zu Sonnabend gab es mehrere politisch links motivierte Straftaten. Eine Bank am Schöneberger Kaiser- Wilhelm-Platz wurde kurz vor Mitternacht mit Farbbeuteln beworfen. Die Täter flüchteten. In Kreuzberg wurde ein 50-Jähriger festgenommen, der mehrere Scheiben an den „Carlofts“ in der Reichenberger, Ecke Liegnitzer Straße eingeschlagen hatte. Der in der Szene verhasste Luxusneubau war schon oft Ziel von Farb- und Brandanschlägen. Da es deshalb einen Wachschutz gibt, konnte der betrunkene 50-Jährige festgehalten werden, dabei wurde der Täter verletzt. Er wurde der Polizei übergeben.

In der Wilmersdorfer Spessartstraße brannte gegen vier Uhr ein Auto aus. Die Feuerwehr löschte die Flammen an dem VW Touran. In allen Fällen hat der für politische Delikte zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.

Nach den Anschlägen in der Nacht zu Sonnabend haben sich Politiker von Union und SPD besorgt über die Gewalt von Linksextremen geäußert. Wie berichtet, hatten Unbekannte drei Brandsätze auf die Berliner Außenstelle des Bundeskriminalamtes in Treptow geschleudert. Zeitgleich hatten Chaoten in Hamburg Fahrzeuge der Polizei und des Zolls angezündet. Die Motive bei diesen offensichtlich abgesprochenen Taten sind weiter unklar. Bekennerschreiben liegen nicht vor. Zudem waren das Bundeskanzleramt, Parteibüros von CDU und SPD und weitere Gebäude mit Farbbeuteln beworfen worden. Zu diesen Taten bekannten sich Kriegsgegner und Klimaschützer im Internet.

Bundestagspräsident Norbert Lammert wertete die jüngsten Vorfälle „als eine neue Form demonstrativer Gewalt, der ebenso demonstrativ entgegengetreten werden muss“. Für vermeintlich politische Motive dürfe es keinen Rabatt geben. „Weder für rechte noch für linke Extremisten“, sagte Lammert gestern.

„Die linksextremistische Gewalt ist in den letzten Jahren unterschätzt worden, weil sich alles auf den Rechtsextremismus konzentriert hat“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, erklärte: „Es gibt hier Grenzüberschreitungen. Das ist alles hochgefährlich.“ mit dpa

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