Arbeitserleichterung : Berliner Finanzbeamte dürfen bei Hitze nach Hause

Während die Polizisten Berlins in der Hitze ohne Dienstmütze Streife gehen dürfen, hat ein Finanzamt der Hauptstadt seinen Mitarbeitern gleich den Gang nach Hause freigestellt - bevor es zum Kreislaufkollaps kommt.

Berlin„Es gibt aber kein Hitzefrei für Berliner Finanzbeamte“, betonte der Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen, Daniel Abbou. Der Chef des Finanzamtes für Fahndung und Strafsachen hatte seinen Mitarbeitern eine E-Mail geschrieben, sie sollten selbst entscheiden, wie lange sie sich während der anhaltenden Sommerhitze noch dienstfähig fühlten. Diese Behörde habe keine Klimaanlage, ergänzte Sprecher Abbou.

Eine Mitarbeiterin habe gesundheitliche Probleme bekommen. Der Leiter sei seiner Fürsorgepflicht in einer besonderen Situation nachgekommen.
Nach Informationen der Zeitung „B.Z.“ (Samstag) sollen bislang 30 von 180 Mitarbeitern das Angebot genutzt haben. „Wir behandeln unsere Bediensteten besser als die Bahn einen Teil ihrer Fahrgäste.“ Derzeit werde mit dem Personalrat über einen früheren Dienstbeginn als 06.00 Uhr verhandelt, damit die kühleren Morgenstunden genutzt werden können. „Wir hoffen auf ein zeitnahes Ergebnis“, so Abbou.

Bei der Berliner Feuerwehr gibt es hingegen nur minimale Erleichterungen, etwa zusätzliches Mineralwasser oder Zitronentee. „Unser Job lässt es einfach nicht zu, dass wir mit weniger Schutzbekleidung im Einsatz sind“, sagte Sprecher Stephan Fleischer. Die Einsatzleiter sorgten dafür, dass die Kollegen viel trinken und nicht schlapp machten. Die Einsatzkräfte werden an den Hitzetage dringender denn je gebraucht. Während die Feuerwehr an „normalen Tagen“ rund 800 Rettungsdienst-Einsätze registriert, seien es derzeit rund 100 mehr pro Tag. Leute, die einfach umkippten oder alte Menschen mit Schwächeanfällen werden laut Sprecher versorgt oder in Krankenhäuser gebracht. (dpa)

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