Arsenal in Berlin-Lankwitz : 81-jähriger Waffennarr verurteilt

Am 17. Juli verurteile ein Gericht den 81-jährigen Günter W. wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Polizei hatte an die 100 Waffen bei dem Rentner gefunden. Darunter befanden sich eine Maschinenpistole, ein Sturmgewehr und ein Maschinengewehr.

Kerstin Gehrke

Der Angeklagte beugte sich vor, um besser verstehen zu können. Ob das „ganze Zeug“ eingezogen werden kann, er darauf freiwillig verzichtet? „Jawoll“, sagte Günter W. zackig. Der Mann von 81 Jahren verabschiedete sich damit von einem Arsenal. An die 100 Waffen hatte die Polizei bei ihm gefunden. Schwere Kaliber darunter und zudem 7500 Schuss Munition. Das illegale und gefährliche Lager in seinem Keller brachte den Karosseriebau-Meister aus Lankwitz am Mittwoch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und Waffengesetz vor Gericht.   

Auf drei Waffen hatte sich die Staatsanwaltschaft beschränkt. Ein Sturmgewehr, ein Maschinengewehr und eine Maschinenpistole. „Er ist ein Waffensammler“, so sein Verteidiger. „Er hat die mal in den Jahren erworben, aber nie etwas damit angefangen.“ W. sagte vor der Saaltür: „Es ist eine Leidenschaft, tut mir leid, aber wenn ich eine Waffe sehe, kriege ich feuchte Hände.“ Er lächelte kurz und schob hinterher: „Das war früher so.“  

Früher war er im Schützenverein. „50 Jahre“, sagte der Rentner. Für ein paar Waffen hatte er eine Besitzkarte. Wo er die verbotenen Gewehre und Pistolen erworben hatte, blieb offen. Einige sollen ihm Witwen von Schützenkameraden gebracht haben. Alles lag hinter einer Stahltür im Keller, gleich daneben hatte er einen 25 Meter langen Schießstand gebaut. Ein Bekannter machte dem Waffen-Spuk ein Ende und zeigte den Rentner im Februar an. Der Mann hatte Angst, das Arsenal könnte in falsche Hände geraten, hieß es. Das Amtsgericht verhängte 20 Monate Haft auf Bewährung.

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