Attacke auf Busfahrer : BVG-Messerstecher müssen ins Gefängnis

Im März wurde ein 34 Jahre alter Busfahrer der Linie M29 nach einer Auseinandersetzung mit zwei Fahrgästen niedergestochen. Bis heute kann er nicht wieder arbeiten. Nun wurden die beiden Täter zu Haftstrafen verurteilt.

BerlinDas Berliner Landgericht verurteilte den 25 Jahre alten Mann, der zugestochen hatte, zu dreieinhalb Jahren Haft. Sein 23 Jahre alter Freund bekam drei Jahre Haft - beide wegen gefährlicher Körperverletzung. Außerdem müssen sie jeweils 3500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Vor Gericht gestanden die beiden die Tat. Das Messer traf den Busfahrer damals in den Rücken. Die Wunde ist zwar verheilt, doch bis heute kann der 34-Jährige nicht wieder arbeiten, weil er traumatisiert ist, teilte eine Gerichts-Sprecherin mit.

Die Angeklagten hatte nach Überzeugung des Gerichts am späten Abend des 1. März 2008 in einem Bus der Linie M29 in der Kreuzberger Oranienstraße zunächst lautstark herumgepöbelt und sich aggressiv gegenüber eine Zeugin verhalten. Der Busfahrer bat sie, das Fahrzeug zu verlassen, woraufhin es zu einem Streit kam.

Richter: "Zu groß geratene Jungs"

Als zwei weitere weibliche Fahrgäste schlichtend eingriffen, wurde eine der Frauen geschlagen und zu Boden gestoßen. Daraufhin sei es zwischen dem 23-Jährigen und dem Busfahrer zu einem "erbitterten Faustkampf" gekommen. Dann habe der 25 Jahre alte Angeklagte dem Busfahrer ein Messer in den Oberkörper gestoßen. Anschließend flüchteten die beiden Männer. Während der Jüngere sich freiwillig stellte, wurde sein Komplize am Flughafen Tegel festgenommen.

Die Vorsitzende Richter stellte in der Urteilsbegründung klar, dass der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr ein "besonders hoher Stellenwert" zukomme. Das Geschehen sei jedoch rechtlich nicht als versuchter Totschlag, sondern als gefährliche Körperverletzung zu werten. Bei den Angeklagten handele es sich nicht um gerichtsbekannte Gewalttäter, sondern um "zu groß geratene Jungs, die unter dem enthemmenden Einfluss von Alkohol falsch mit Konflikten umgingen". (rope/ut/ddp)

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