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Attacke : Büro der Linken in Neukölln angegriffen

Die Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten geht weiter. Mit Farbbeuteln und Eiern ist in der Nacht ein Parteibüro der Linkspartei in Neukölln angegriffen worden. Für Donnerstag erwartet die Polizei einen Großeinsatz.

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Die rechte Szene der Hauptstadt legt offenbar nach. Mit Farbbeuteln und Eiern ist am frühen Mittwochmorgen ein Parteibüro der Linken in Neukölln mutmaßliche von Neonazis angegriffen worden. Die Täter beschmierten das Gebäude am Richardplatz mit roter und schwarzer Farbe. Anwohner riefen die Polizei. In den vergangenen Tagen hatte es nach Angriffen auf NPD-Funktionäre in Neukölln und Kreuzberg mehrere Racheaktionen militanter Neonazis gegeben - an mehreren von Linken genutzten Häusern wurde Feuer gelegt.

Schon in den vergangenen Monaten gab es in Berlin und Brandenburg regelmäßig Anschläge auf Einrichtungen der Partei. Diesen Mai wurden die Fenster des Wahlkreisbüros der Bundes-Vize-Chefin der Linken, Halina Wawzyniak, zerschlagen. "Die Linke wird sich von dem neuerlichen Anschlag auf eine ihre Einrichtungen nicht in ihrem Engagement gegen Rassismus und rechte Hetze beirren lassen", sagte Pascal Meiser von der Linkspartei in Kreuzberg. Das gelte auch für "die geistigen Brandstifter" von "Pro Deutschland". Die ultrarechten Islamgegner wollen diesen Donnerstag ab 19 Uhr im Saal der Bezirksverordnetenversammlung in der Kreuzberger Yorckstraße tagen. „Pro Deutschland“ hatte das Treffen gerichtlich durchgesetzt. Richter hatten Rechten immer wieder Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden erlaubt. „Pro Deutschland“ und die NPD hätten wie jede zugelassene Partei einen Anspruch auf Bezirksräume, entschied etwa das Berliner Verwaltungsgericht 2010.

Antifaschistische Initiativen kündigten für Donnerstag Gegenaktionen an, auch Grüne und Linke mobilisieren seit Tagen gegen das Treffen. Es wird mit mehreren hundert Demonstranten in der Yorckstraße gerechnet. Zuletzt hatten sich Anhänger der rechtspopulistischen Partei am Jahrestag des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR in Friedrichshain am Frankfurter Tor getroffen. Dort wurden Rechte von Gegendemonstranten angegriffen. Die Polizei bereitet sich für Donnerstag nun auf einen Großeinsatz vor.

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