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Attacken in Spandau und Schöneweide : Angriffe auf Bahnhöfen: Tourist ausgeraubt, Mann mit Bierflasche attackiert

In Spandau ist Donnerstag früh ein Tourist aus Polen von Unbekannten verprügelt und ausgeraubt worden. Am selben Abend ging ein Mann am Bahnhof Schöneweide mit einer abgebrochenen Glasflasche auf einen 45-Jährigen los.

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Der Angriff auf dem U-Bahnhof Paulsternstraße in Spandau ereignete sich am Donnerstag gegen Mitternacht. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte ein 37-jähriger Tourist aus Polen zuvor mit einem Bekannten gemeinsam etwas getrunken und war dann zur U-Bahnstation gegangen, um von dort - wie er sagte - in Richtung Heimat aufzubrechen. Als er auf einer Bank auf den U-Bahnzug wartete, näherten sich ihm drei oder vier Unbekannte und prügelten unvermittelt auf ihn ein. Dann raubten sie seinen Rucksack, in dem sich Kleidungsstücke, ein Handy und die Bahnfahrkarte nach Polen befanden und flüchteten.

Der 37-Jährige schleppte sich zu einer gegenüberliegenden Tankstelle und ließ von den Angestellten dort die Polizei rufen. Anschließend wurde der Verletzte ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte Knochenbrüche im Gesicht feststellten. Doch der Pole lehnte eine Behandlung ab, da er "Angst hatte, den Krankenhausaufenthalt nicht bezahlen zu können", sagte ein Ermittler. Daraufhin wurde der Mann wieder zur Polizei gebracht und mit Hilfe eines Dolmetschers zum Tathergang befragt.

Danach machte er sich auf dem Weg zurück nach Polen. Die Ermittler der Kriminalpolizei haben derweil die Videobänder der Überwachungskameras sichergestellt. Diese würden derzeit ausgewertet, hieß es. Die Ermittlungen dauern an.

Am späten Donnerstagabend beobachteten dann gegen 21.10 Uhr mehrere Reisende in der Haupthalle des Bahnhofs Schöneweide, wie zwei Männer sich lautstark stritten. Plötzlich schlug einer der beiden - ein 31-Jähriger - mit einer Gürtelschnalle auf seinen Widersacher ein und ging mit einer abgebrochenen Glasflasche auf ihn los. Die Zeugen riefen die Polizei. Die Beamten des Bundespolizei nahmen den Tatverdächtigen, einen gebürtigen Polen, der in Tempelhof lebt, fest. Der Mann war laut Polizei betrunken (2,27 Promille) und verhielt sich sehr aggressiv. Er ist bereits polizeibekannt.

Das Opfer, ein 45-jähriger Russe, der ebenfalls in Berlin wohnt, wurde bei dem Angriff leicht am Oberschenkel verletzt und erlitt eine Schnittverletzung an der linken Hand. Ob der Tatverdächtige und das Opfer sich kannten, ist noch unklar. Die Bundespolizei ermittelt.

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