Autofahrer verletzt Kind und flieht von der Unfallstelle : Ein Jahr Haft für 24-Jährigen

Im Oktober fuhr ein 24-Jähriger in Gesundbrunnen ein kleines Mädchen an und beging Fahrerflucht. Später stellte sich heraus, dass er nicht nur in einem als gestohlen gemeldeten Auto unterwegs war, sondern auch keinen Führerschein besaß. Nun erwartet ihn eine einjährige Haftstrafe.

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Das Mädchen rannte nicht auf die Straße. Die zierliche Maryana, damals sieben Jahre alt, sah nach links und nach rechts. Autofahrer Andreas H. hätte sie sehen und rechtzeitig bremsen können. Er raste nicht, er war vermutlich für Sekunden abgelenkt. Wie es schnell passieren kann. In seinem Fall aber muss man sagen: Der 24-jährige H. hatte nichts hinter dem Steuer zu suchen. Eine Fahrerlaubnis besaß er nicht, als er das Kind erfasste und schwer verletzte. Zwar stieg er aus, sein Schicksal aber war ihm wichtiger. Er ließ das Kind liegen und flüchtete. Vier Monate später gab es eine Haftstrafe.

Ein Jahr Gefängnis wegen fahrlässiger Körperverletzung, Unfallflucht sowie des Fahrens ohne Führerschein. So entschied ein Amtsgericht. Andreas H. hörte es mit verschränkten Armen. Er hatte ein Geständnis abgelegt. Kurz und mit der Bitte um Verzeihung. „Ich weiß nicht, woher das Mädchen kam“, nuschelte er. Es sei „plötzlich so schnell gegangen“, er habe dann die aufgebrachten Passanten gefürchtet, „unter Schock“ gestanden.

Unterwegs ohne Führerschein

Die kleine Maryana wollte am 11. Oktober gegen 18.15 Uhr die Buttmannstraße in Gesundbrunnen überqueren. Eine Tempo-30-Zone. Das Kind kam vom Gehweg zwischen geparkten Autos hindurch. H. hätte „bei gebotener Aufmerksamkeit problemlos bremsen können“, so das Gericht. „Kinder am Straßenrand müssen ständig zur Bremsbereitschaft veranlassen.“ Maryana wurde durch den Aufprall fünf Meter weit durch die Luft geschleudert.

H. hielt Tempo 30 ein. Doch der vielfach Vorbestrafte war in einem als gestohlen gemeldeten Renault Twingo und ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Nach dem Unfall stoppte er, stieg aus – und reagierte skrupellos. „Ihm war wichtiger, unerkannt wegzukommen als das Kind zu retten“, stand für den Ankläger fest. Maryana saß nun mit im Gerichtssaal. Sie musste damals drei Tage lang intensivmedizinisch behandelt werden. An den Unfall kann sie sich nicht erinnern. Körperlich gehe es ihr wieder relativ gut, sagte ihre Mutter. „Aber auf der Straße hat sie Angst“.

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