Bäckerei-Doppelmord in Berlin : Lebenslange Haftstrafe für eifersüchtigen Ex-Freund

Die neun Schüsse sollen im Affekt gefallen sein, doch das Gericht glaubte ihm das nicht: Wegen des Mordes an seiner ehemaligen Lebensgefährtin und deren Schwester wurde ein 45-Jähriger zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

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Er missgönnte seiner ehemaligen Lebensgefährtin ein selbstbestimmtes Leben, der 45-jährige Mehmet Ö. war eifersüchtig und neidisch. Diese Mischung habe ihn getrieben, als er am 16. Januar in einer Neuköllner Bäckerei die 33-jährige Nura H. und deren Schwester Gyulten H. durch Kopfschüsse tötete, stand für das Gericht fest. „Er hat die Tat bis heute nicht bereut.“ Wegen Doppelmordes erging gegen Mehmet Ö. lebenslange Haft.

Der Angeklagte hatte eine Tötungsabsicht bestritten. Nach seiner Version wollte er mit Nura H. reden. Es sei zu einem Gerangel mit ihrer Schwester gekommen, ein Schuss habe sich gelöst, die weiteren neun seien im Affekt gefallen. Seine Anwälte gingen von fahrlässiger Tötung und Totschlag aus. Die Richter aber glaubten Ö. nicht. Sie billigten ihm auch keine verminderte Schuldfähigkeit zu. Darauf hatte Ö. gehofft, weil er an jenem Morgen unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol stand. Für die Richter stand jedoch Berechnung dahinter. Er habe kurz zuvor Drogen konsumiert, „um die Tat begehen zu können oder später eine geringere Strafe zu bekommen“, sagte der Richter.

Nura H. und Mehmet Ö. waren vier Jahre lang ein Paar. Allerdings ein ungleiches. Die Frau sei sehr strebsam und fleißig gewesen, Ö. nicht, hieß es im Urteil. Als sie sich im Sommer 2011 trennte, wollte er das nicht akzeptieren. Er bedrängte und belästigte sie. Zweimal erstattete Nura H. Anzeige. Als sie sich mit Unterstützung eines Freundes ihren Traum erfüllte und in der Flughafenstraße eine Bäckerei eröffnete, habe Ö. unverhohlen angekündigt, dass er sie töten werde, hieß es weiter. 

Doch der arbeitslose Friseur galt als freundlich und gesellig. Keiner nahm seine Drohung ernst. Es war 8.40 Uhr, als er die Bäckerei betrat. Er wusste, dass beide Schwestern im Laden waren. Er schoss auf die 38-jährige Gyulten H., „um sie aus dem Weg zu räumen“, so das Gericht. Dann feuerte er auf Nura H. Noch acht Mal schoss er, als sie bereits am Boden lag. Die Mutter eines Kindes starb sofort.

 

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