Bankenskandal : Anklage im Landowsky-Prozess verlesen

Die Anklage gegen den früheren Berliner CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky und andere Ex-Manager wurde am Montag verlesen. Damit erhielten die Staatsanwälte in dem seit Juni laufenden Prozess erstmals das Wort. Der Vorwurf: schwere Untreue.

BerlinIm Bankenprozess gegen Klaus-Rüdiger Landowsky und weitere Bankenmanager ist am Montag die Anklage verlesen worden. Zuvor hatte das Landgericht am dritten Verhandlungstag einen Antrag der Verteidigung auf eine Besetzungsrüge zurückgewiesen. Die Verteidigung kündigte eine Gegendarstellung an. In dem seit Juni laufenden Prozess müssen sich der ehemalige CDU-Politiker Landowsky sowie elf weitere Bankmanager wegen Untreue verantworten.

In dem Prozess geht es um zwei sogenannte Rundum-Sorglos-Fonds der IBG, die Mitte der 90er aufgelegt und den Zeichnern langfristig Mietgarantien und erhebliche Steuervorteile geboten haben sollen. Der Staatsanwaltschaft zufolge sei es damals sehr riskant gewesen, Mietgarantien über 25 Jahre abzugeben, weil der Immobilienmarkt bereits seit 1995 rückläufig gewesen sei.

Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt

Durch das risikoreiche Geschäftsmodell soll der Berliner Bankgesellschaft ein Schaden von rund 58 Millionen Euro entstanden sein. Die Vermögensgefährdung wird auf weitere 38,6 Millionen Euro geschätzt. Den sieben angeklagten Aufsichtsratsmitgliedern, darunter Landowsky, wird vorgeworfen, "pflichtwidrig" die Ausstattung der Fonds mit "marktunüblichen Mietgarantien" geduldet zu haben. In Verantwortung der fünf weiteren Angeklagten, wie dem Geschäftsführer der IBG Manfred Schoeps, sollen in der Folgezeit diverse Garantie- und Dienstleistungsverträge geschlossen worden sein.

Im Verlauf des dritten Verhandlungstages wurden erneut zahlreiche Anträge von der Verteidigung gestellt. Unter anderem wurde gefordert, das Verfahren wegen unzureichender Vorbereitungszeit und fehlender Akteneinsicht auszusetzen. Die Kammer wird bis zum kommenden Termin über die Anträge entscheiden. Der Prozess wird am Donnerstag (16. Juli) fortgesetzt. (aa/ddp)

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