Beamter vor Gericht : Polizist stahl bei Einsatz 1600 Euro

Der Polizist sah die Gelegenheit und bediente sich: Helmut S. stahl bei der Durchsuchung einer Wohnung 1600 Euro. Nach 40 Dienstjahren saß er am Mittwoch vor einem Amtsgericht.

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„Ich habe unkontrolliert zugegriffen, sah nicht nach rechts oder links“, sagte der 60-Jährige. „Es gibt keinen Diebstahl im Affekt“, konterte die Richterin. Der Beamte aus Hellersdorf gehörte im September 2011 zu einem Team, das einem Verdacht wegen illegalen Anabolika-Handels nachgehen sollte. Die Neuköllner Wohnung eines 60-Jährigen und dessen Partnerin wurde unter die Lupe genommen. S. ging mit der Frau ins Schlafzimmer. Er fand keine Beweise, aber eine inhaltsreiche Schminktasche. „Das ist mein Geld“, rief die Frau. 4000 Euro hatte sie für ein neues Auto angespart. S. warf die Tasche zunächst aufs Bett. Die vielen Scheine aber ließen ihm keine Ruhe. „Ich steckte mir ein Bündel ein.“

Der Wohnungsinhaber bemerkte den Diebstahl schnell. Fassungslos lief er den Polizisten hinterher und beschwerte sich. Der Teamleiter ordnete nun eine Durchsuchung der Beamten an. Da zog S. seine Beute aus der Hosentasche. Die Tat sei ihm unerklärlich, sagte der Angeklagte. Er habe zwar Schulden, die seien aber nicht so dramatisch. „Ich bin irgendwie ausgehakt“, sagte der seit dem Vorfall suspendierte Polizist. Da er eine Pistole trug, beging er einen Diebstahl mit Waffen. Sieben Wochen vor seiner Pensionierung wurde er zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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