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Bei Nauen in Brandenburg : Jäger schießt auf Paar im Maisfeld - ein Toter

Weil er ein Wildschwein vermutete, schoss ein Jäger in Brandenburg ins Maisfeld. Er traf jedoch zwei Menschen. Der Mann starb sofort, die Frau wurde schwer verletzt.

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Berliner Rettungsdienst im Einsatz. (Symbolbild)
Berliner Rettungsdienst im Einsatz. (Symbolbild)Foto: picture alliance / dpa

In der Nähe von Tietzow bei Nauen in Brandenburg kam es am Mittwochabend offenbar zu einem tragischen Jagdunfall. Wie die Polizei mitteilte, saß ein 30 Jahre alter Jäger auf dem Hochsitz in einem Maisfeld, als er meinte ein Tier aufgespürt zu haben. Daraufhin gab er einen Schuss mit seinem Gewehr ab.

Statt eines Tieres hatte er jedoch zwei Menschen mit dem Projektil getroffen.

Als der Jäger seinen Irrtum bemerkte, rief er augenblicklich einen Rettungswagen. Aber trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen konnte der Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die 23 Jahre alte Begleiterin des Mannes, die ebenfalls durch den Schuss verletzt wurde, brachten Rettungskräfte ins Krankenhaus. Sie ist offenbar nicht lebensgefährlich verletzt, konnte aber noch nicht zur Sache befragt werden.

Der 30-jährige Schütze aus dem Havelland hatte einen gültigen Jagdschein - seit wann, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam nicht sagen, ebenso wie er sich auch nicht zu dem persönlichen Verhältnis zwischen dem Mann und der Frau äußerte; die Polizei sprach von einem Pärchen.

Kriminaltechniker haben den Tatort untersucht. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun zum Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) erklärten in einer Mitteilung, sie bedauerten das Ereignis außerordentlich. „Wir sind geschockt und tief betroffen“, sagte Wolfgang Bethe, Präsident des LJVB. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Der jungen Frau wünschen wir von Herzen gute Genesung.“

Wie der Jagdverband außerdem erklärte, sei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unbeteiligter bei der Jagd zu Schaden kommt, in der Regel äußerst gering. 2014 habe es in ganz Deutschland vier tödliche Jagdunfälle gegeben – stets sei ein unmittelbar an der Jagd Beteiligter betroffen gewesen.

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