Berlin-Friedrichshain : Kinder versuchen sich als Taschendiebe - und scheitern

Am Ostkreuz wurden am Donnerstagmittag zwei Taschendiebe im Alter von 13 und 14 Jahren auf frischer Tat ertappt. Zeugen hielten die Kinder aus Rumänien bis zum Eintreffen der Bundespolizei fest.

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Ein 49-Jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz wäre am Donnerstagmittag am Bahnhof Ostkreuz beinahe zum Opfer von minderjährigen Taschendieben geworden. Der Mann stand laut Bundespolizei gegen 13.10 Uhr auf dem Bahnsteig der Ringbahnlinie, als er ein leichtes Ziehen an der Gesäßtasche seiner Hose bemerkte. Der Mann bewahrte dort sein Portmonee auf. Als der Mann nach hinten griff, bekam er zu seiner Überraschung einen menschlichen Arm zu fassen. Der Arm gehörte einem 14-jährigen Jungen; die zum Arm gehörende Hand steckte in der Gesäßtasche des 49-Jährigen. Offensichtlich hatte der 14-Jährige gerade sein Glück als Taschendieb versucht - und war gescheitert.

Direkt neben dem 14-Jährigen war ein 13-jähriges Mädchen unterwegs, die laut Bundespolizei "offensichtlich" seine Komplizin war. Die beiden Kinder versuchten zu flüchten, wurden aber von anderen Fahrgästen auf- und festgehalten, bis die Bundespolizei die Kinder festnahm. Die Kinder gaben an, aus Rumänien zu stammen und keinen festen Wohnsitz in Berlin zu haben. Laut Bundespolizei konnten auch keine Erziehungsberechtigten ausfindig gemacht werden - daher wurde das verhinderte Diebesduo an den Kinder- und Jugendnotdienst übergeben. Die Bundespolizei ermittelt wegen versuchten Diebstahls.

Die Bundespolizei warnt immer wieder vor Taschendieben, die im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Sie operieren meist als Duo: Einer lenkt ab oder sichert, der andere greift zu. Die Opfer werden sorgfältig ausgewählt - meist werden Personen bestohlen, die ihr Portmonee oder andere Wertgegenstände offen sichtbar mit sich führen. Schwerpunkte der Taschendiebstähle sind die Stadtbahnlinie, auf der viele Touristen unterwegs sind, und die großen Umsteigebahnhöfe wie Alexanderplatz, Ostkreuz und der Hauptbahnhof.

Die Diebe schlagen meist im Feierabendverkehr zu, wenn viele Menschen unterwegs sind und große Enge auf den Bahnsteigen und in den Zügen herrscht. Am gefährlichsten ist es beim Einsteigen in die Züge oder beim Umsteigen auf Rolltreppen - also an jenen Stellen, wo auch normalerweise viel gerempelt und gestoßen wird. Nach Angaben der Bundespolizei nehmen sich die Taschendiebe auch gerne Schlafende oder Alkoholisierte vor, die allein unterwegs sind.

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