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Berlin-Friedrichshain : Spaziergänger finden sterbenden Mann im Volkspark Friedrichshain

Spaziergänger haben Sonntagfrüh im Berliner Volkspark Friedrichshain einen Schwerverletzten gefunden. Der Italiener starb kurz darauf an Stichverletzungen.

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Am kleinen Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain ist Absperrband gespannt. Hier starb am Sonntagmorgen ein Mann.
Am kleinen Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain ist Absperrband gespannt. Hier starb am Sonntagmorgen ein Mann.Foto: dpa

Die Rauchschwaden wehen zu einem großen Papierkorb. Sie steigen von Bratwürsten auf, die auf einer Alufolie liegen. Ein Mann mit Pferdeschwanz grillt, er sitzt im Schneidersitz auf dem Boden. Ein Bild der Idylle hier, auf dem kleinen Bunkerberg, im Volkspark Friedrichshain, nicht weit vom Vivantes-Klinikum entfernt.

Es ist Sonntagmittag, die Sonne strahlt, Kinder toben übers Gras, Spaziergänger flanieren. Nichts erinnert daran, dass hier ein paar Stunden zuvor, um fünf Uhr morgens, Spaziergänger ganz sicher keine Idylle spürten. Denn beim Kleinen Bunkerberg stießen sie plötzlich auf einen schwerverletzten Mann. Die Passanten informierten sofort Polizei und Feuerwehr. Rettungskräfte bemühten sich um den Mann, aber sie konnten nichts mehr für ihn tun. Er starb kurze Zeit später.

Todesumstände sind unklar

Der Mann war laut Polizeiangaben italienischer Staatsbürger. Die Polizei bestätigte Montagvormittag Medienberichte, wonach er an Stichverletzungen starb. Man gehe von einem Tötungsdelikt aus, weswegen die Mordkommission ermittelt.
Der Volkspark ist voll, logisch, es herrscht ja bestes Wetter. Auf den Wiesen entspannen die Menschen, sie liegen einfach nur in der Sonne oder sie reden und lachen. Kinder toben auf dem Spielplatz, es herrscht ausgelassene Stimmung. Von dem Toten haben einige gehört, aus dem Radio, übers Internet. Einen weiteren emotionalen Zugang zu dem Ereignis haben sie nicht.

"Das ist doch Zufall"

Auch der Mann nicht, der auf dem Kleinen Bunkerberg entspannt auf einer Parkbank sitzt. Er hat Stöpsel im Ohr, er hört Musik, sein Fahrrad steht vor ihm, am Lenker baumelt ein Fahrradhelm. „Ich habe es im Radio gehört“, sagt er. Er sitzt ein paar Meter vom Fundort entfernt, aber er reagiert, als wäre der Unbekannte in Afrika gefunden worden. „Das ist doch Zufall. Der Park ist sicher. Gut, in den 90er-Jahren war’s mal anders, aber jetzt ist es hier entspannt.“
Und doch gibt es am Sonntag Symbole der Trauer und der Erinnerung am Kleinen Bunkerberg. Aber diese Symbole sind ständig hier. Am Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten liegen Blumen.

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