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Berlin-Friedrichshain : Verdächtiger im Darkroom-Fall soll weiteren Mord begangen haben

Der Mord in einer Friedrichshainer Schwulenkneipe vor knapp drei Wochen ist offenbar aufgeklärt. Der im wesentlichen geständige Tatverdächtige griff anscheinend zwei weitere Berliner an - von denen nur einer überlebte.

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Mit Bildern aus einer Überwachungskamera konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter identifizieren.
Mit Bildern aus einer Überwachungskamera konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter identifizieren.Foto: Berliner Polizei

Drei Wochen, nachdem in einer Friedrichshainer Schwulenkneipe ein strangulierter Toter gefunden wurde, ist Haftbefehl gegen einen 37-Jährigen erlassen worden. Die Ermittler werfen dem Mann nicht nur vor, sein Opfer Nicky M. in dem völlig abgedunkelten Darkroom der Kneipe mit der Droge Liquid Ecstasy betäubt, beraubt und erwürgt zu haben: Auch zwei weitere Fälle könnten sich nun klären. Der Angeklagte, der laut Auskunft eines Sprechers der Staatsanwaltschaft im "wesentlichen geständig ist", soll am 26. April dieses Jahres einen Bekannten, mit dem er offenbar seit längerem befreundet war, in einer Wohnung in der Holzmarktstraße in Mitte beraubt und getötet haben.

Die dritte Tat ereignete sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft ebenfalls am 5. Mai, offenbar nur eine halbe Stunde nachdem der Tatverdächtige die Kneipe in der Boxhagener Straße verlassen hatte. Auf dem U-Bahnhof Warschauer Straße soll er ein weiteres Opfer zufällig angesprochen und ihm einen Mix aus Alkohol und Liquid Ecstasy angeboten haben.

Als dem Mann durch den Drogeneinfluss schwindlig wurde, bot der Tatverdächtige an, ihn nach Hause zu begleiten. In einer Seitenstraße habe er ihn ausgeraubt und hilflos zurückgelassen, teilte der Sprecher weiter mit. Eine Zeugin habe den unter Zuckungen am Boden liegenden Mann entdeckt und einen Notarzt gerufen. Der Mann war noch ansprechbar und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Ob dem Verdächtigen die zwei Taten als Morde und die dritte als versuchten Raubmord ausgelegt werden, steht noch nicht fest.

Die Polizei war dem Tatverdächtigen nach einer öffentlichkeitswirksamen Fahndung mit Bildern aus einer Überwachungskamera auf die Spur gekommen. Darin wurde ein Mann gesucht, der mit der Kreditkarte des Opfers am Ostbahnhof eine Fahrkarte nach Saarbrücken gekauft hatte. Dabei wurde er gefilmt. Der Mann soll vor längerer Zeit aus dem Saarland nach Berlin gezogen sein.

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