Berlin: Häftling vor Gericht : Vergewaltiger begeht hinter Gittern nächste Straftat

Aus Wut schüttete Thomas W. in der JVA Tegel heißes Öl über einen anderen Häftling. Mordversuch, lautete die Anklage. Der Gewalttäter streitet das jedoch ab.

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Hinter den Mauern der JVA Tegel schlug Gewalttäter Thomas W. erneut zu. Wut über einen anderen Häftling trieb ihn. Er schüttete dem Opfer heißes Öl ins Gesicht und schmetterte ihm eine golfballgroße Stahlkugel gegen den Kopf. Der brutale Angriff in der Anstaltsbibliothek endete beinahe tödlich und war aus Sicht der Anklage ein Mordversuch. Dem widersprach der 37-jährige W. vor Gericht: „Ich wollte ihn bestrafen, ihn brandmarken, aber nicht töten.“ Das 36-jährige Opfer sei ihm gegenüber sehr überheblich aufgetreten. Er habe ihm eigentlich die Unterarme brechen wollen.

Thomas W. verbüßt eine Strafe von acht Jahren wegen Vergewaltigung. Es wurde mit dem Urteil im Juni 2007 anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Sein Opfer ist ein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu fünf Jahren Haft verurteilter Mann, der damals als Bibliothekar arbeitete. Wochen vor der Attacke am 4. Januar war es zum Streit gekommen. Thomas W. wollte sich wie gewohnt einen Kaffee aus einem dortigen Hausarbeiterraum holen. Der Bibliothekar aber verwehrte den Zutritt. Die Anklage sieht in Verachtung gegenüber dem Kinderschänder ein weiteres Motiv. Das Opfer lag mehrere Tage im Koma. Der Prozess geht am 24. Oktober weiter.

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