Berlin-Köpenick : Bewährungsstrafe nach Angriff auf Flüchtlingsheim

Vier Monate auf Bewährung sowie zwei Wochen Jugendarrest - dieses Urteil erging am Mittwoch gegen zwei Männer. Sie hatten versucht, die Tür eines Flüchtlingsheims anzuzünden.

Kerstin Rebien
Ein Prozess im Strafgericht.
Ein Prozess im Strafgericht.Foto: dpa

Nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Köpenick vor knapp fünf Monaten saßen die beiden Täter wortkarg vor einer Amtsrichterin und schoben es auf ihren damaligen Alkoholkonsum. „Ich habe keine Ahnung, warum wir das gemacht haben“, sagte Dennis H., ein 20-Jähriger, der bei der Tat den Hitlergruß gezeigt hatte. Der ein Jahr ältere Marvin G. erklärte: „Die Tat ist mir peinlich.“ G. erhielt wegen Sachbeschädigung vier Monate Haft auf Bewährung und soll 100 Stunden soziale Arbeit leisten. H. muss für zwei Wochen in den Jugendarrest.

Es war 22.56 Uhr, als sie an dem Gebäude in der Salvador-Allende-Straße eine Notausgangstür aus Metall mit einer brennbaren Flüssigkeit besprühten und anzündeten. H. riss den rechten Arm hoch. Dann flohen sie. Weil das Feuer vier Minuten später von selbst erlosch, blieb es bei Rissen in einer Scheibe. Dank der Aufnahmen der Überwachungskameras wurden die Täter kurz darauf gefasst. „Sie wollten Angst und Schrecken verbreiten, eine schändliche Tat“, stand nun für den Staatsanwalt fest. Die Richterin hielt den bislang nicht als rechtsradikal aufgefallenen Angeklagten vor: „Hinter dieser Tür wohnten Menschen.“

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