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Berlin-Kreuzberg : Männer mit Stöcken verletzen Messerstecher schwer

Zwei Männer auf der Intensivstation, drei weitere unauffindbar: In der Nähe vom U-Bahnhof Schlesisches Tor kam es in der Nacht auf Mittwoch zu einer Schlägerei, die mit Holzstöcken und Messern geführt wurde.

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Foto: dpa

In der Nacht zum Mittwoch haben sich mehrere Männer bei einer Messerstecherei in Kreuzberg schwere Verletzungen zugezogen. Zunächst gerieten an der Kreuzung Schlesische Ecke Falckensteinstraße nach Mitternacht zwei Männer mit einem dritten aneinander, wie die Polizei mitteilte. Es blieb allerdings nicht bei einem verbalen Gefecht, sondern artete in eine Schlägerei aus.

Am Ende stachen die Beiden offenbar mit Messern auf den inzwischen am Boden liegenden Mann ein. Zwei Passanten wurden auf die Szene aufmerksam, bewaffneten sich mit Ästen und Holzstöcken und prügelten auf die Angreifer ein, wobei diese schwer verletzt wurden. Der mit dem Messer Verletzte zog sich währenddessen robbend in Richtung Cuvrystraße zurück. Auch die "Helfer" machten sich unerkannt in die Gegenrichtung Schlesisches Tor davon.

Um 0.51 Uhr brachte die Feuerwehr die beiden von den Stöcken verletzten Männer ins Krankenhaus, wo sie auf der Intensivstation behandelt wurden - den einen nach Friedrichshain, den anderen nach Neukölln. Von den beiden ist bisher nur einer identifiziert, es handelt sich hierbei um einen 31-Jährigen. Das Opfer der Messerattacke wurde trotz sofort eingeleiteter Suchmaßnahmen bisher nicht gefunden.

Während der Tatortarbeit war die Schlesische Straße zwischen Cuvrystraße und Skalitzer Straße sowie zwischen Falckensteinstraße und Oberbaumstraße für rund fünf Stunden gesperrt. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, die Kriminalpolizei ermittelt.

Parallelen zum niedergestochenen Dealern vor kurzem "reine Spekulation"

Vor nicht einmal zwei Wochen waren unweit des Tatortes zwei jugendliche Dealer niedergestochen worden, was eine große Debatte im Drogenhandel und Gewalt im Görlitzer Park auslöste. Die Polizei wies Vermutungen, dass es sich bei dem neuerlichen Gewaltakt um einen Konflikt rivalisierender Drogenbanden handele, zunächst zurück. "Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt reine Spekulation", sagte ein Sprecher, "Wir sind noch weit davon entfernt, Parallelen zu dem Fall zu ziehen."

Auch ob sich die Angreifer mit den Überbleibseln der am Montag gerodeten Büsche der Grünanlage bewaffneten, die derzeit in Containern neben dem Park stehen, war zunächst unklar.

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