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Berlin-Lankwitz : Amateur-Fußballspiel in Bezirksliga wegen Schlägerei abgebrochen

Die neue Saison hat beim Fußball gerade erst begonnen. Doch am Dienstag gab es bereits den zweiten Polizeieinsatz, das zweite Spiel eines unterklassigen Vereins musste abgebrochen werden.

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Die Berliner Polizei (Symbolbild).
Die Berliner Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Die neue Saison hat beim Fußball gerade erst begonnen. Doch am Dienstag gab es bereits den zweiten Polizeieinsatz, das zweite Spiel eines unterklassigen Vereins musste abgebrochen werden. Am Abend gerieten mehrere Spieler von SC Lankwitz und Cimbria Trabzonspor unter wüsten Beschimpfungen aneinander. Dann holte der Stürmer von Trabzonspor aus und schlug einem Lankwitzer mit der Faust ins Gesicht. Der Mann mit der Rückennummer 8 ging kurz zu Boden, wurde aber nicht ernsthaft verletzt. Der Schiedsrichter brach das Spiel daraufhin um 20.10 Uhr ab und holte die Polizei. Diese rückte mit mehreren Wagen an und schrieb Anzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung. Die Partie der „Ü40“-Männer der Bezirksliga stand zu diesem Zeitpunkt 1:0 für Lankwitz. Nach Polizeiangaben sind beide Spieler 46 Jahre alt, der Lankwitzer habe den Trabzonspor-Spieler zuvor beleidigt.
Der Vereinsvorsitzende von Trabzonspor, Tamer Bekis, hält den Spielabbruch für völlig überzogen. Es sei eine Fehde zwischen zwei Spielern gewesen, mehr nicht: „Das war doch nicht dramatisch, es gab kein Blut und keine blauen Flecken.“ Nach dem Spielabbruch seien „mehr Polizisten als Spieler“ auf dem Platz an der Lankwitzer Mühlenstraße gewesen, berichtete Bekis, der das Spiel beobachtet hatte. „Ich weiß nicht, was das sollte.“ Der Vereinschef gibt aber zu, dass sein Spieler erregt gewesen sei. Der Mann habe kurz davor einen Elfmeter verschossen und eine andere große Torchance nicht genutzt, berichtete Bekis: „Der hatte den Ausgleich auf den Fuß.“
Bereits am Sonntag hatte es einen Spielabbruch mit Polizeieinsatz gegeben. Beim Bezirksligaspiel des BSC Rehberge gegen die Spielvereinigung Tiergarten schlug ein Tiergartener Spieler den Schiedsrichter mit einem Kopfstoß nieder. Der Schiedsrichter hatte Mohamad El-A. zuvor die gelb-rote Karte gezeigt. Nach Angaben der „Fußballwoche“ soll Tiergarten den Spieler suspendiert haben. „Dafür gibt es keine Entschuldigung, der Spieler ist bis zum Sportgerichtsverfahren suspendiert, danach fliegt er raus“, sagte Geschäftsführer Frank Spuhl der Sportzeitung. Für den Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes, Bernd Schultz, sind die beiden Spielabbrüche zu Saisonbeginn nur ein Zufall. „Ich hoffe, dass es keine unruhige Saison wird“, sagte Schultz. In den vergangenen Jahren habe es pro Saison etwa 60 abgebrochene Spiele gegeben, die Zahl nehme tendenziell ab. Die Zahl der Spiele – aktuell 30 000 in Berlin pro Jahr – steige dagegen an.
Der Abbruch am Sonntag sei eindeutig gewesen, da der Schiedsrichter angegriffen worden sei. „Das Spiel muss dann beendet werden.“ Zum zweiten Abbruch wollte sich Schultz nicht äußern, dies sei ein Fall für das Sportgericht. Dieses müsse klären, ob der Schiedsrichter keine andere Wahl als den Abbruch hatte. Beide Vereine müssen in den kommenden Tagen eine Stellungnahme beim Berliner Fußball-Verband abgeben. Das Sportgericht wird dann Entscheidungen über die Wertungen der beiden Spiele treffen und über die Bestrafung der Fußballer. Möglich sind Sperren bis hin zu lebenslangem Spielverbot.

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