Berlin-Marienfelde : Drei auf einen Strolch

Damit hatte der Räuber nicht gerechnet: Als er Freitagvormittag eine Postfiliale in der   Hildburghauser Straße überfiel, verwickelten ihn drei Frauen ihn ein Handgemenge. Der Räuber hatte keine Chance.

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Die Polizei Berlin (Symbolbild).
Die Polizei Berlin (Symbolbild).Foto: dpa

Der Räuber war jung, mit Pfefferspray bewaffnet und fest entschlossen, an diesem Freitagvormittag Beute zu machen. Um neun Uhr hatte er eine Postfiliale am Hildburghauser Damm betreten, war sofort hinter den Tresen gelaufen und hatte sich mit lauten "Überfall!"-Rufen zu erkennen gegeben. Dieser Auftritt – so das Kalkül – sollte reichen, um sich Bargeld zu greifen, nach draußen zu rennen und in den bereitstehenden Fluchtwagen zu hechten. Bis die Polizei am Tatort eingetroffen wäre, hätte der Räuber längst weg sein sollen – doch drei weibliche Angestellte durchkreuzten seine Pläne.

Gegen die Übermacht kam der Räuber nicht an

Die Frauen – zwei Postangestellte und eine Supermarktkassiererin, alle drei zwischen 54 und 57 Jahre alt – wollten den Räuber nicht kampflos ziehen lassen. Sie stellten sich in den Weg, als er verschwinden wollte. Eine Rangelei und ein Handgemenge folgten. Natürlich wehrte sich der Räuber nach Kräften – aber gegen die dreifache Übermacht kam er nicht an. Als Kunden sahen, dass die Frauen mit dem Täter kämpften, griffen auch sie ins Geschehen ein: Der Räuber wurde mit vereinten Kräften auf den Boden gezwungen; dort hielten ihn Angestellte und Kunden fest, bis die Polizei eingetroffen war und den Täter in Empfang genommen hatte.

Der Komplize wartete ruhig im Fluchtwagen

Kurze Zeit später wurde auch der mutmaßliche Fluchtwagenfahrer verhaftet. Der 27-Jährige hatte ganz in Ruhe in der Nähe im Auto gewartet – er konnte ja nicht ahnen, wie seinem Komplizen mitgespielt wurde. Der hatte zwar nach Kräften ausgeteilt – die Kassiererin und zwei Kunden trugen leichte Blessuren davon –, musste aber im Gegenzug noch mehr einstecken: Wegen seiner Schulter- und Handverletzungen musste der 25-Jährige sogar in eine Klinik gebracht werden. Nach einer ambulanten Behandlung konnte er das Krankenhaus aber wieder verlassen. In Polizeibegleitung, versteht sich.

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