Berlin-Mitte : Jüdischer Friedhof beschmutzt

Erst letzte Woche wurde der Jüdische Friedhof in Berlin-Mitte wieder eröffnet. Jetzt haben Unbekannte eine Tafel beschmiert - der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Der Berliner Rabbiner Yitzhak Ehrenberg betete am Tag der Wiedereröffnung für die Gemeinde. -Foto:ddp

BerlinAm Montag ist eine Informationstafel auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Mitte von Unbekannten mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. Nach Angaben der Polizei seien alle Spuren bereits beseitigt und die Tafel gereinigt. Ein Wachschutzmitarbeiter entdeckte die Schmierereien in der Großen Hamburger Straße bei seinem Rundgang. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun nach den Tätern.

Von den Nazis zerstört

Erst letzte Woche wurde der  6000 Quadratmeter große Friedhof unweit der Sophienkirche nach zweijährigen Bauarbeiten wieder eröffnet. Kulturstaatssekretär André Schmitz sprach von einer „schönen Stunde für Berlin“.  Der Friedhof blickt auf eine lange Geschichte zurück - auf ein langes Sterben. 1672 wurde er in der damaligen Spandauer Vorstadt errichtet.  In der NS-Diktatur wurde der Friedhof zerstört. Die nahe gelegenen Altenheime missbrauchten die Nazis als Massenlager für mehr als 50.000 Juden, die später in Konzentrationslagern ums Leben kamen.

Außer den Gebeinen von mehr als 10.000 Berliner Juden finden sich dort auch die Überreste ziviler und militärischer Opfer des Zweiten Weltkrieges. In Sammelgräbern liegen  fast 2500 Tote aus den letzten Kriegswochen. Eine genaue Abgrenzung der Gräber ist nicht möglich. (eb/cko)




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