Berlin-Mitte : Randalierer greifen BVG-Bus an

Angriff auf BVG-Bus: Ein Mann hielt das Fahrzeug an einer Kreuzung in Mitte auf, bis Verstärkung kam. Dann ging die Randale los. Menschen wurden bei der nächtlicher Attacke nicht verletzt.

Florian Ernst

In der Nacht zum Sonntag wurde ein BVG-Bus Ziel einer Attacke von etwa sieben jungen Randalierern. Sie saßen allerdings nicht in dem Fahrzeug, sondern stoppten es an einer Kreuzung und schlugen dann zu. Der Vorfall ereignete sich an der Chausseestraße in Mitte, unweit der Oranienburger Straße. Passagiere befanden sich nicht in dem Bus.

Der 30-jährige Fahrer war gegen 1 Uhr mit seinem Fahrzeug auf einer Betriebsfahrt auf der Hannoverschen Straße unterwegs. An der Kreuzung zur Chausseestraße musste er nach Angaben der Polizei an einer Ampel warten. Als er wieder anfahren wollte, stellte sich ein Mann vor den Bus. Der Fahrer forderte ihn mit Handzeichen auf, die Straße frei zu machen, damit er weiterrollen könne. Aber da kam bereits ein weiterer junger Mann herbei, und beide begannen, mit vereinten Kräften auf die Windschutzscheibe zu schlagen und gegen den Bus zu treten. Danach flüchteten die Täter.

Der Busfahrer fuhr wieder an, touchierte dabei aber einen Radfahrer, der plötzlich vor dem Bus aufgetaucht war. Kurz darauf erschienen etwa sieben junge Männer, die begannen, das Fahrzeug erneut mit Schlägen und Tritten zu attackieren. Eine Seitenscheibe auf der Fahrerseite und die Stoßstange des Busses wurden dabei beschädigt. Der Busfahrer, der unverletzt blieb, drückte den Alarmknopf an seinem Cockpit, worauf sofort ein Notruf in BVG-Zentrale und bei der Polizei ausgelöst wurde. Am Bus selbst wurde durch den Alarmknopf die Warnblinkanlage eingeschaltet. Dies scheint die Täter abgeschreckt zu haben, sie flüchteten unerkannt in Richtung Oranienburger Straße, ebenso der Radfahrer, der vermutlich zu den Tätern zählte.

Bei den Verkehrsbetrieben sieht man den nächtlichen Vorfall mit Sorge. Eine derartige Attacke habe es noch nicht gegeben, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Sonntag dem Tagesspiegel. Fälle, in denen betrunkene Jugendliche Gegenstände gegen fahrende Busse oder Straßenbahnen werfen, ereigneten sich - leider - immer wieder. Auch Schüsse auf Busse habe es vor einigen Jahren gegeben. Darüber, ob es in diesem Fall eine durch Trunkenheit entstandene, einmalige Situation, oder eine gezielte neue Angriffs-Masche war, will die Sprecherin noch keine Vermutungen anstellen: „Wir müssen abwarten, was die Polizei ermittelt.“

Attacken auf Busse gebe es zwar immer wieder, sagte ein Polizeisprecher. Aber ein vergleichbarer Vorfall sei auch der Polizei nicht bekannt. Allerdings gab es, wie berichtet, eine Serie von Übergriffen auf Fahrer. Dies führte dazu, dass die BVG ihre gesamte Busflotte jetzt mit Sicherheitsscheiben nachrüsten lässt.

Bis Sonntag wurde noch keiner der Bus-Angreifer gefasst, auch Hinweise oder Augenzeugen fehlen bislang.

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