Berlin-Mitte : Schwerer Unfall bei illegalem Autorennen

Zwei junge Männer aus einer Familie lieferten sich in der Nacht in Mitte ein illegales Autorennen. Dabei raste ein 19-Jähriger mit seinem BMW gegen einen Lichtmast.

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Es ist die Nacht, nach dem der Bundesrat beschlossen hat, illegale Autorennen deutlich härter zu bestrafen. Gegen Mitternacht stehen ein 19-Jähriger mit seinem 5er-BMW und ein 26-Jähriger mit seinem Audi an der Kreuzung Alexanderstraße/ Holzmarktstraße/ Stralauer Straße vor einer roten Ampel und unterhalten sich durch die geöffneten Seitenfenster. Dies berichtet später ein Zeuge der Polizei. Die beiden jungen Männer stammen nach Polizeiangaben aus einer arabischstämmigen Familie, sie haben den gleichen Nachnamen. Es könnten Brüder sein, heißt es. Als die Ampel auf Grün schaltet, rasen beide Fahrer mit sichtlich überhöhter Geschwindigkeit nach links in die Holzmarktstraße los. Nach 500 Metern, an der Kreuzung Holzmarktstraße Ecke Lichtenberger Straße wenden die beiden Fahrer und rasen zurück. Als die beiden Männer den Ausgangspunkt des Rennens erreichen und geradeaus in die Stralauer Straße fahren, verliert der 19-Jährige in einer leichten Linkskurve die Kontrolle über seinen BMW, gerät auf die Mittelinsel der Stralauer Straße und prallt frontal gegen einen stabilen Lichtmast. Der 19-Jährige bleibt unverletzt, sein 18-jähriger Beifahrer kommt mit einem schweren Schädelhirntrauma in ein Krankenhaus. Die Unfallstelle ist für knapp zwei Stunden gesperrt.

Bislang werden illegale Autorennen als Ordnungswidrigkeit geahndet, solange keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Die Maximalstrafe liegt bei 400 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot.

Am Freitag hat der Bundesrat eine Gesetzesinitiative beschlossen, dass die Teilnahme an illegalen Rennen künftig als Straftat zu werten sei. Die Bundesländer wollen für die bloße Teilnahme an einem Rennen bis zu zwei Jahre Haft. Wenn jemand dabei ums Leben kommt, sollen bis zu zehn Jahre drohen. Seit kurzem stehen in Berlin zwei Männer wegen eines illegalen Autorennens auf der Tauentzienstraße vor Gericht, bei dem Anfang des Jahres ein Unbeteiligter gestorben war. Erstmals will die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen Mordes durchsetzen.

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