Berlin Mitte : Zivilpolizisten werden vor Hofbräuhaus mehrfach attackiert

Vor dem Hofbräuhaus in Mitte wollten zwei Zivilpolizisten einen Streit schlichten - und wurden daraufhin selbst attackiert. Mit Worten, mit Händen und Füßen. Und einem Bierkrug.

Marie Rövekamp

Kurz nach Mitternacht sahen zwei Beamte am Samstag vor dem Hofbräuhaus in Mitte eine Prügelei und forderten die beiden Männer auf, voneinander abzulassen. Erst als ein Polizist eingriff, lief einer der Schläger davon. Doch damit war der Tumult vor dem Lokal in der Karl-Liebknecht-Straße nahe des Alexanderplatzes nicht vorbei.

Polizisten wurden angegriffen

"Mehrere Personen beobachteten die Auseinandersetzung und wirkten sowohl verbal als auch körperlich auf die Polizisten ein", sagte ein Polizeisprecher. Was danach passierte, schilderte er wie folgt: Plötzlich habe ein bis dahin unbeteiligter 43-jähriger Mann versucht, den Beamten zu schlagen. Als der Polizist den Schlag abwehrte, habe der Angreifer die Kollegin des Beamten geschubst und sei mit erhobenen Fäusten auf sie zugegangen. Sie habe daraufhin mit dem Einsatz ihres Pfeffersprays gedroht. Keine Reaktion. Erst herbeigerufene Polizeikollegen hätten den 43-Jährigen schließlich zu Boden gebracht. Während der Festnahme habe der 43-Jährige einem Polizisten an den Hals geschlagen, ihn zu Boden gezogen, und ihm am Boden liegend gegen den Bauch und den Oberschenkel getreten.

Weitere Männer mischten sich ein

Parallel dazu hätten sich zwei weitere Personen in die Auseinandersetzung eingemischt. Ein 41-Jähriger habe die Polizisten zunächst von der Festnahme weggeschubst und sei mit geballten Fäusten auf sie zugegangen. Die Aufforderung, stehen zu bleiben, habe er ignoriert, so dass die Beamten Pfefferspray eingesetzt hätten und ihn danach festnehmen konnten. Der zweite Mann, ein 33-Jähriger, habe sich den Beamten zwischenzeitlich mit einem Maßkrug genähert. Ihm hätten die Beamten das Gefäß zwar aus der Hand schlagen können - dennoch sei es dem Mann gelungen, die Festnahme des 43-Jährigen vorerst zu verhindern. Während dieser wenig später durch andere Polizisten festgenommen worden sei, hätten die attackierten Polizisten auch den zweiten Randalierer fixiert. Auch unter dem Einsatz von Pfefferspray. Ob sich die drein Männer gekannt haben, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen.

Anzeige gegen die Beamten

Alle drei Festgenommenen seien schließlich in eine Gefangenensammelstelle gebracht, und nach einer Blutentnahme wieder entlassen worden. "Bei dem Einsatz erlitten zwei Polizisten leichte Verletzungen aufgrund der Widerstandshandlungen und zwei weitere Beamte Augenreizungen wegen des eingesetzten Reizstoffsprühgerätes", teilte ein Sprecher am Samstag mit. Die Festgenommenen, gegen die nun unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstands und Gefangenenbefreiung ermittelt würde, erstatteten nach Angaben eines Sprechers ihrerseits Anzeige gegen die Polizeibeamten. Wegen Körperverletzung im Amt.


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