Berlin-Moabit: Kulturfabrik evakuiert : Gast erzählt von Handgranate - mit Folgen

Die Lehrter Straße gesperrt, Lokale und Wohnhäuser geräumt: Ein vermeintlich bewaffneter Kneipenbesucher hat in der Nacht zu Sonntag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

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Die Berliner Polizei (Symbolbild).
Die Berliner Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Schuld an dem Großeinsatz der Polizei in der Nacht zu Sonntag war demnach ein 59-jähriger Kneipenbesucher. Dieser saß um kurz vor Mitternacht im Café der Kulturfabrik Lehrter Straße. Er hatte einen Beutel dabei, in dem sich ein Gegenstand befand. Als er einem anderen Kneipenbesucher eröffnete, dass sich in dem Beutel eine Handgranate befinde, holte dieser die Polizei.

Beamte einer Einsatzhundertschaft rückten an. Sie kontrollierten den Mann und holten die Kriminaltechniker, um den Gegenstand in dem Beutel untersuchen zu lassen. "Aufgrund der Tatsache, dass eine Gefahr für die Anwohner und Gäste des Lokals nicht ausgeschlossen werden konnte, mussten die Personen die Gebäude verlassen", erklärte die Polizei am Sonntag. Die Lehrter Straße wurde zwischen Perleberger Straße und Kruppstraße gesperrt; die Kulturfabrik, ein angrenzendes Wohnhaus und ein Lokal auf der anderen Straßenseite wurden evakuiert. Wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen waren, ist unklar. 40 Beamte waren im Einsatz.

Etwa neunzig Minuten dauerte es, bis die Kriminaltechniker gegen 1.30 Uhr Entwarnung geben konnten: Statt einer Handgranate befand sich ein Autoteil in dem Beutel. Die Identität des 59-Jährigen wurde festgestellt, dann wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Polizeiliche Staatsschutz wurde eingeschaltet; bei Verdacht auf illegalen Waffenbesitz ist der Staatsschutz laut Polizei automatisch zuständig. Es wird geprüft, ob gegen den 59-Jährigen ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet wird.

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