Berlin-Moabit : Kurden klagen über Polizeigewalt gegen Demonstranten

Ein Video auf Twitter zeigte, wie ein Polizist einen Mann bei einer Demo in Moabit mit einem Schlagstock attackiert. Die Beamten hätten sich nur gewehrt, sagt die Polizei.

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Bei einer Demo PKK-naher Organisationen in Moabit kam es zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und der Polizei.
Bei einer Demo PKK-naher Organisationen in Moabit kam es zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und der Polizei.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Bei einer Demonstration von PKK-nahen kurdischen Organisationen am Sonnabend ist es in Moabit zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und der Polizei gekommen. Auf Twitter kursierte ein Video, das zeigte, wie ein Polizist mit einem Schlagstock auf einen Demonstranten losgeht. Zu sehen ist, wie der Mann zu Boden geht und am Kopf blutet. Bis zum Sonntagnachmittag wurde das Video von Twitter entfernt, dann aber auf YouTube wieder hochgeladen.

Hier das Video, das derzeit von der Polizei ausgewertet wird

„Die bis dahin friedlich verlaufende Demonstration wurde überschattet von gewaltsamen Angriffen der Polizei auf die Teilnehmer kurz vor Ankunft am Abschlussort der Demonstration“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit.

Die Polizei prüfte die Vorwürfe und schrieb in einer Veröffentlichung, dass sich die Beamten gewehrt hätten, nachdem sie von mehreren Menschen mit Fahnenstangen, Faustschlägen und Tritten attackiert worden seien.
„Die Polizisten setzten sich unter Einsatz von körperlicher Gewalt, des Rettungsmehrzweckstocks und Pfeffersprays zur Wehr und drängten die Angreifer zurück oder nahmen sie fest“, heißt es dort. Die Situation sei nach Angaben der Polizei eskaliert, als Beamte nach Ende des Protestmarsches mehrere Teilnehmer festnahmen.


An der Strecke provozierten türkische Nationalisten die Demoteilnehmer. Daraufhin flogen eine Flasche und ein Stein. Beamte mussten eingreifen, um Zusammenstöße zu verhindern.
Am Samstag fanden neben dem Kurden-Protest mehrere Demonstrationen in Berlin statt. Mehrere hundert Anhänger der "Identitären Bewegung" marschierten in Gesundbrunnen auf - begleitet von 1.4000 Gegendemonstranten. Auch in der City West, am Alexanderplatz, am Brandenburger Tor und am Leopoldplatz protestierten bürgerliche und Linke Gruppen gegen die "Identitären".

Insgesamt waren in der Stadt 1000 Polizisten im Einsatz, es gab 112 Festnahmen. 19 Beamte wurden verletzt.

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