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Berlin-Neukölln : Polizei fasst 57-Jährigen nach Messerangriff im Rathaus

Ein Obdachloser hat einen Rathausmitarbeiter und einen Wachschützer mit einem Messer verletzt. Am Abend wurde er in Oberschöneweide festgenommen.

von , , , und Daniel Godeck
Das Rathaus Neukölln.
Das Rathaus Neukölln.Foto: Tsp

Großer Schreck im Rathaus Neukölln: Ein 57-jähriger Obdachloser verletzte am Montagvormittag einen Mitarbeiter und einen Sicherheitsmann mit einem Messer. Erst am Abend gegen 18 Uhr konnte die Polizei den Mann in Oberschöneweide fassen. Gegen 9.30 Uhr soll er die Räume der Beratungsstelle der Sozialen Wohnhilfe, einer Abteilung des Sozialamtes, über den Eingang in der Donaustraße betreten haben – das berichteten Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Mittag.

Demnach stieß er zunächst zwei Mitarbeiterinnen beiseite, die ihn aufhalten wollten. Dann stürmte er in das Büro einer Mitarbeiterin, bei der er in der vergangenen Woche um Unterbringung in einem Einzelzimmer gebeten hatte und die ihn zu einem weiteren Termin am kommenden Donnerstag gebeten hatte. Er bedrohte sie mit einem Jagdmesser, die 40-Jährige konnte jedoch in einen Nachbarraum flüchten.

Das Messer hatte eine 20 Zentimeter lange Klinge

Ein weiterer Kollege versuchte, sich dem 54-Jährigen in den Weg zu stellen, der ihm daraufhin ein Jagdmesser unter die rechte Brust stieß. Die Klinge soll etwa 20 Zentimeter lang und sieben Zentimeter breit gewesen sein. „Glücklicherweise ist die Verletzung nicht sehr tief“, sagte Giffey. Der Verletzte wurde in einem Krankenhaus versorgt. Ihm soll es den Umständen entsprechend gut gehen.

Während des Angriffs verständigten die zwei anderen Mitarbeiterinnen den Wachschutz. Zwei herbeigeeilte Sicherheitskräfte passten den Obdachlosen im Treppenhaus ab. Einer der Wachmänner soll versucht haben, ihn festzuhalten und erlitt dabei eine Schnittverletzung am Unterarm. Dann floh der Täter, offenbar immer noch mit dem Messer bewaffnet, über den Zugang Donaustraße.

Rathausmitarbeiter verbarrikadierten sich eine Stunde

Bezirksbürgermeisterin Giffey kündigte an, dass der Wachschutz der Sozialen Wohnhilfe schnellstmöglich von zwei auf vier Personen aufgestockt werde.

In der Wohnhilfe ist der Mann indes kein Unbekannter: Zwar war er zwar offiziell in einer Unterkunft für wohnungslose Menschen in Treptow-Köpenick untergebracht, zuletzt war er aber in Neukölln gemeldet und suchte die Soziale Wohnhilfe des Bezirks auf, weil er eine bessere Unterbringung wollte. Ob der Mann Drogenprobleme oder psychische Erkrankungen hat, ist bislang nicht bekannt. Auch über mögliche Vorstrafen wurde auf der Pressekonferenz im Neuköllner Rathaus nichts berichtet.

Als der Alarm am Vormittag losging, wurden Mitarbeiter angewiesen, sich in ihren Büroräumen einzuschließen. Das berichteten Rathausmitarbeiter. Eine Stunde später gab es Entwarnung.

Nach Angaben von Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey stand Rathaus-Mitarbeitern am Montag psychologische Betreuung zur Verfügung. Die Soziale Wohnhilfe war für den Rest des Tages geschlossen.

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