Berlin-Neukölln : Randale als Rache für Dennis J.

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag in Neukölln Fensterscheiben von zwei Geldinstituten mit Steinen beworfen, Feuerwerkskörper gezündet und Autos beschädigt. Eine Aktionsgruppe "Carlo Giuliani" bekennt sich zu der Randale.

Gegen 23.15 Uhr seien aus einer Gruppe von 30 bis 50 Personen heraus Pflastersteine gegen die Scheiben einer Bankfiliale in der Weserstraße geworfen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Kurz darauf wurden nach Angaben der Polizei Feuerwerkskörper gezündet und zehn Scheiben einer Bankfiliale am Kottbusser Damm durch Steinwürfe beschädigt. Anschließend schlugen die unbekannten Täter die Scheiben von zwei abgestellten Autos in der Lenaustraße ein.

Die Fahndungsmaßnahmen der Polizei sind bislang erfolglos geblieben. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen wird, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Dem Tagesspiegel liegt ein Bekennerschreiben einer Aktionsgruppe "Carlo Giuliani" vor, in der die Randale als Antwort auf den Tod von Dennis J. dargestellt wird. Silvester 2008 hatte ein Fahnder im brandenburgischen Schönfließ den Autodieb Dennis J. erschossen. Das Landgericht Neuruppin verurteilte den Berliner Polizisten Reinhard R. wegen Totschlags in einem minderschweren Fall zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Nach dem Richterspruch gab es Proteste gegen das als zu milde empfundene Urteil. (ck)

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