Berlin-Prenzlauer Berg : Flüchtling soll von Wachleuten geschlagen worden sein

Ein syrischer Flüchtling hat bei der Polizei angezeigt, dass er vor seiner Unterkunft in Berlin-Prenzlauer Berg vom Wachschutz geschubst und geschlagen worden ist. Der Senat stellt die Situation ganz anders dar.

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Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.Foto: dpa/Archiv

Die Polizei Berlin hat Donnerstagabend Ermittlungen zu einer angezeigten gefährlichen Körperverletzung in Prenzlauer Berg eingeleitet. Ein 18-jähriger Syrer meldete sich auf einer nahe gelegenen Polizeiwache, dass er kurz zuvor, gegen 20.45 Uhr vor seiner Flüchtlingsunterkunft in der Malmöer Straße, von drei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes auf die Fahrbahn geschubst worden sein soll. Anschließend habe ihm einer der Angestellten einen Kopfstoß zugefügt und am Mund getroffen. Dabei sei der junge Mann leicht verletzt worden, lehnte aber eine ärztliche Behandlung ab. So meldete es die Berliner Polizei gegen Mittag. Zeugen des Vorfalls benannte der Syrer nicht.

Am frühen Abend erklärte die Sozialverwaltung, wie sich der Vorfall tatsächlich abgespielt haben soll. Demnach wollte der Syrer an der Getränkeausgabe mehrere Sechserträger Wasser auf einmal mitnehmen. Deshalb wurde er vom Wachschutz angesprochen, dass dies unüblich sei, dasWasser für alle da sei und er nichts bunkern müsse. Darüber habe sich der Flüchtling wohl geärgert und versucht, dem Wachmann dessen Schlüsselbund und Kennkarte vom Hals zu reißen. Deshalb habe der Wachmann den Flüchtling im Reflex von sich geschubst, sagte Verwaltungssprecher Sascha Langenbach. Am späten Abend hätten sich die beiden Männer ausgesprochen und die Hand gegeben und den Streit beigelegt, sagte Langenbach weiter.

Bei der Unterkunft handelt es sich um die erst vor wenigen Jahren gebaute Sporthalle in der Malmöer Straße, die zum Oberstufenzentrum der Marcel-Breuer Schule gehört. Sie war am 3. November vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) beschlagnahmt worden, wie die Sozialverwaltung mitgeteilt hatte. Noch in der Nacht zum 4. November waren die ersten 127 Flüchtlinge in der Sporthalle einquartiert worden. Mittlerweile sollen 200 Menschen in der 2200 Quadratmeter großen Halle leben. Betrieben wird die Notunterkunft nach offiziellen Angaben von einer gemeinnützigen Gesellschaft.

 

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