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Berlin-Reinickendorf : Baby in BVG-Bus verletzt

Kinderwagen kippte bei Bus-Vollbremsung um, das Baby fiel heraus und erlitt Kopfverletzungen - was die BVG rät.

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Ein Polizeiwagen im Einsatz. (Symbolbild)
Ein Polizeiwagen im Einsatz. (Symbolbild)Foto: dpa/Archiv

Bei einem Verkehrsunfall in Tegel ist am Mittwochnachmittag ein Kleinkind verletzt worden. Nach den bisherigen Ermittlungen musste eine 31-jährige BVG-Busfahrerin gegen 17.20 Uhr in der Bernauer Straße stark bremsen, da ein Autofahrer, vermutlich ohne auf den Fließverkehr zu achten, vom rechten Fahrbahnrand angefahren war. Durch dieses Bremsmanöver kippte der Kinderwagen einer 19-Jährigen im Bus um und ihr drei Monate alter Säugling fiel aus dem Wagen. Der kleine Junge musste mit mehreren Hämatomen am Kopf von angeforderten Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Autofahrer, der nach Zeugenaussagen Verursacher des Verkehrsunfalls gewesen sein soll, entfernte sich unerkannt vom Unfallort.

BVG: Sicherheitsgurte nutzen

Dass Busfahrerinnen oder -fahrer Gefahrenbremsungen vornehmen müssen, passiere häufiger, da die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr in Berlin gefühlt zunehme, sagte BVG-Pressesprecher Markus Falkner. Eine gesonderte Statistik zu solchen Unfällen werde aber nicht erstellt. Generell empfiehlt die BVG, die Sicherheitsgurte an den Stellplätzen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer zu nutzen. Einige Fahrgäste wüssten indes nichts von diesen Gurten, bei Gedränge ist nach Erfahrung von BVG-Nutzern teils schwer an die Gurte heranzukommen.

Auch sei es nicht verkehrt, sich beispielsweise entgegen der Fahrtrichtung zu positionieren, rät die BVG- allerdings könne das jeder nach Vorliebe und Modell des Rollstuhls oder Kinderwagens entscheiden. Eine generelle Gurtpflicht für alle Fahrgäste sei laut Bundesgesetz nicht vorgeschrieben. Nach Erfahrung von Insidern würden solche Gurte an jedem Platz in der Praxis möglicherweise keinen Sinn geben, weil sie vielleicht nicht schnell genug zu lösen seien, sich verheddern könnten, Fahrgäste sie wegen kurzer Strecken erst gar nicht nutzen würden oder auch etwa die Hälfte der Passagiere in einem Eindecker ohnehin steht. Immer wieder gibt es Unfälle in Berlin, weil gebremst werden muss, um Schlimmeres zu verhindern.

Bitte festhalten

Aus diesem Grund hatte die BVG vor einiger Zeit auch eine Kampagne zum Thema Festhalten gestartet: Wer steht, solle sich in Bus oder auch Straßenbahn an Stangen oder Halteschlaufen stabilisieren.

Unterdessen gehört es zur Ausbildung der Busfahrer, zu erkennen, wann Gefahrenbremsungen nötig und sinnvoll sind. In Berlin müssen sie immer wieder vorgenommen werden, wenn etwa Autofahrer das Ampelrotlicht ignorieren oder eben, wie im aktuellen Fall, offensichtlich einfach aus der Parklücke schießen beziehungsweise den Bus in der Geschwindigkeit unterschätzt haben oder sich schlichtweg vordrängeln wollten.

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