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Berlin-Schöneberg : 200 Facebook-Partygäste behindern S-Bahnverkehr

Bilanz einer Facebook-Party mit Hunderten Gästen: Drei S-Bahnen fielen aus, sieben hatten Verspätung und ein Jugendlicher wurde festgenommen.

Der Fluch von Facebook. Wer nicht aufpasst bei Partys, kann ungebeten Gäste im Wohnzimmer haben.
Der Fluch von Facebook. Wer nicht aufpasst bei Partys, kann ungebeten Gäste im Wohnzimmer haben.Foto: dpa

In der Nacht zu Samstag hat eine Facebook-Party den S-Bahnverkehr in Berlin erheblich behindert. Kurz nach Mitternacht beendete die Berliner Polizei die Party auf einem Freigelände in der Réaumurstraße in der Nähe des S-Bahnhofes Lichterfelde Süd. Anwohner hatten die Polizei wegen Lärmbelästigung verständigt. Rund 200 zum Teil stark alkoholisierte und gewaltbereite Jugendliche wollten mit der S-Bahn abreisen. Laut Berliner Polizei sollte eine zweite Party in den Gleisanlagen in Schöneberg stattfinden. Gegen 0.50 Uhr randalierten dann etwa 100 Partyteilnehmer am S-Bahnhof Priesterweg. Die Jugendlichen blockierten die Türen und verhinderten dadurch die Abfahrt der S-Bahnen.

Alarmierte Bundespolizisten überwachten mithilfe eines Polizeihubschraubers die Weiterreise der Partyteilnehmer. Einen 18 Jahre alten Tempelhofer nahmen die Beamten vorläufig fest. Er hatte mit einem Nothammer eine Fensterscheibe der S-Bahn der Linie 25 zerstört. Gegen den 18-Jährigen leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und des Missbrauches von Nothilfemitteln ein.

Gegen 2 Uhr waren alle Partygäste abgereist. Insgesamt fielen drei Züge aus, sieben Züge hatten Verspätungen.

Anfang August eskalierte eine Facebook-Party in Brandenburg an der Havel. 70 ungebetene Gäste wollten mitfeiern und mussten von der Polizei aufgehalten werden. Drei junge Männer (19 und 20 Jahre) kamen dem Platzverweis, trotz mehrfacher Aufforderungen, nicht nach und wurden infolgedessen in Gewahrsam genommen. Einen Monat zuvor veranstaltete ein 15-Jähriger in Werder eine Party. Etwa 200 meist minderjährige Jugendliche folgten nach Angaben der Polizei der Einladung über Facebook. Die Folgen: Fenster wurden eingeworfen, die untere Etage und der Garten wurden verwüstet. Die feierwütige Meute habe einen Schaden von mehreren Tausend Euro hinterlassen.

Der Konzern Facebook gibt auf seiner Seite Hinweise, wie Einladungen nicht öffentlich sichtbar sind. Den Link dorthin finden Sie hier.

(jkw)


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