Berlin-Spandau und -Zehlendorf : Wieder Geldautomaten gesprengt

In Haselhorst und Nikolassee haben Unbekannte in der vergangenen Nacht zwei Geldausgabeautomaten gesprengt.

von
Hinweise auf neuen Geldautomaten sollen potentielle Täter abschrecken.
Hinweise auf neuen Geldautomaten sollen potentielle Täter abschrecken.Foto: Andreas Conrad

In Haselhorst und Nikolassee haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag zwei Geldautomaten gesprengt. Gegen 2 Uhr alarmierten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Polizei zu einem gesprengten Gerät in einer Automatenfiliale in der Gartenfelder Straße im Spandauer Ortsteil Haselhorst. Bevor die Polizeibeamten eintrafen, waren die Täter ohne Beute geflüchtet. Die Fassade des Gebäudes wurde durch die Wucht der Detonation stark beschädigt. Etwa eine Stunde später flüchteten unbekannte Täter nach der Sprengung eines Geldausgabeautomaten in der Vorhalle des S-Bahnhofs Nikolassee ebenfalls ohne Beute. Die Polizei war von einem Sicherheitsdienst informiert worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt, ist unklar. In den vergangenen Jahren hat es eine Vielzahl derartiger Taten gegeben, in Berlin und Brandenburg bearbeitet seit Sommer 2013 eine Sonderkommission "Giro" diese Taten. Die Betreiber der Automaten haben reagiert und stellen mittlerweile Geräte auf, die angeblich einem Aufsprengversuch durch das Einleiten von Gas standhalten sollen. Zudem sind die Geldkassetten in den Geräten mit Farbpatronen ausgestattet, die beim gewaltsamen Öffnen die Geldscheine unbrauchbar machen sollen. Dennoch ist zum Beispiel der Automat auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Mexikoplatz im vergangenen Jahr gleich zwei Mal, im Juli und September aufgesprengt worden. Das danach aufgestellte neue Gerät trägt mehrsprachige Hinweisschilder, dass weitere Täter abschrecken soll. S-Bahnhöfe sind beliebt, da es - anders als bei der BVG - kaum Überwachungskameras gibt.

Wegen der technischen Sicherungen durch die Geldinstitute haben sich die Täter nun auch Fahrkartenautomaten der Bahn oder der BVG vorgenommen. Die mögliche Beute ist in diesen allerdings deutlich geringer. Die BVG hat bereits angekündigt, die Geräte häufiger zu leeren und eigene technische Sicherungen angekündigt. Eines ist allen diesen Taten gemein: Der durch die Explosion entstandene Sachschaden ist in der Regel deutlich höher als die Beute.

+++

Lesen Sie mehr im Tagesspiegel: Neue Fotofahndung der Polizei - Mit Bildern aus einer Überwachungskamera sucht die Polizei zwei Männer, die am 8. Dezember in Spandau einen Busfahrer mit Reizgas attackierten.

Autor

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben