Berlin-Tiergarten : Umweltaktivisten entrollen Transparent an der Siegessäule

Fast drei Stunden hingen zwei junge Leute an Seilen von der Siegessäule - weil ihre Seile zu kurz waren, wie es bei der Polizei hieß. Die Aktivisten widersprechen dieser Darstellung.

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Plakatiergarten. Die Siegessäule mit Demonstranten.
Plakatiergarten. Die Siegessäule mit Demonstranten.Foto: dpa

Gegen 12.30 Uhr hatten sich zwei Umwelt-Aktivisten von der Siegessäule abgelassen. Die Feuerwehr musste die Aktivisten gegen 15 Uhr auf den Boden der Tatsachen zurückholen, weil das verwendete Seil mehrere Meter zu kurz war, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Plan der Umweltgruppe war dieser: Mit einer Eintrittskarte und verkleidet als Tourist ganz nach oben auf die Siegessäule, von der obersten Plattform ein Transparent herunterlassen und die Medien informieren.

Doch bei „Junepa“ (steht für: „Jugendnetzwerk für politische Aktionen“) ging nach Darstellung der Polizei offenbar schief. Also wurde die Höhenrettung der Berliner Feuerwehr angefordert, Bergsteige-Spezialisten, die wissen wie lang ihre Seile sind. Doch weil die Spezialtruppe in Marzahn stationiert ist, dauerte die Anfahrt etwas, so lange hingen die beiden jungen Männer eben in den Seilen, bis sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden konnten.

Eine Aktivistin von Junepa stellte die Sache ganz anders dar, die beiden sollten an der Säule hängen bleiben, um das Transparent zu bewachen. "Ein komplettes Abseilen der kletternden Aktivist_innen war zu keinem
Zeitpunkt geplant - deshalb mussten die Seile auch nicht zum Boden reichen. Durch Klettern an den Seilen nach oben hätten sich die beiden zu jeder Zeit in Sicherheit bringen können, blieben jedoch freiwillig
dort, wo sie waren", teilte die Gruppe dem Tagesspiegel mit. Auf dem Transparent stand übrigens „Climate Justice Now“. Derzeit findet bekanntlich in Paris der Weltklimagipfel statt. Deutschland bemüht sich in den Verhandlungen, wieder Klima-Vorreiter zu sein. Das Transparent wird nun erstmal ein Fall für die Berliner Justiz. Verstoß Versammlungsgesetz, Hausfriedensbruch und falls etwa kaputt ging auch noch Sachbeschädigung, hieß es im Präsdium. Und dann kommt noch was: Die Rechnung der Feuerwehr.

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