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Berlin-Weißensee : Mann verunglückt in Krankenhausruine

Beim Fotografieren auf dem Gelände der alten Kinderklinik Weißensee ist ein 30-Jähriger durch einen maroden Boden gestürzt. Die Feuerwehr barg den Schwerverletzten.

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Die alte Kinderklinik Weißensee: Ausflugsziel für Hobbyfotografen und Grafittisprüher.
Die alte Kinderklinik Weißensee: Ausflugsziel für Hobbyfotografen und Grafittisprüher.Foto: Timo Kather

Bei einem Unfall auf dem Gelände der alten Kinderklinik in Weißensee ist am Donnerstagmorgen ein Mann schwer verletzt worden. "Es gab einen schweren Unfall", bestätigte eine Polizeisprecherin.

Die Feuerwehr wurde nach Angaben eines Sprechers um 5.20 Uhr zu einer Bushaltestelle vor dem weitläufigen Gelände alarmiert. "Uns wurde gesagt, dass in einem leerstehenden Gebäude eine Person verunglückt ist. Sie wurde mit einer Drehleiter aus dem Gebäude geborgen und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus Friedrichshain gebracht", hieß es. Um 6.30 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Der Anruf kam von einem 28-Jährigen, der zusammen mit dem 30 Jahre alten Verunglückten auf das Gelände vorgedrungen war. "Er sagte uns, dass sie zum Fotografieren gekommen seien", sagte eine Polizeisprecherin. Die Männer seien in eines der Gebäude vorgedrungen. Im dritten Stock brach der marode Boden ein, der 30-Jährige stürzte in das darunter gelegene Stockwerk. Beim Aufprall zog er sich mehrere Knochenbrüche zu.

"Sowohl der Schwerverletzte als auch sein Begleiter sind gebürtige US-Amerikaner, aber seit mehreren Jahren in Deutschland gemeldet", hieß es bei der Polizei. Da die Männer illegal auf das Gelände vorgedrungen seien, werde jetzt wegen Hausfriedensbruch gegen sie ermittelt.

Das alte Kinderkrankenhaus Weißensee mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden verfällt seit Jahrzehnten. Es ist ein beliebtes Ziel von Hobbyfotografen und Grafittisprühern.

Der Tagesspiegel berichtete bereits vor knapp drei Jahren über eine Brandserie auf dem Gelände. Die Stadt hatte das Gelände im Jahr 2005 an einen Investor verkauft. Dieser hatte versprochen, ein Gesundheitszentrum zu bauen - tatsächlich passierte nichts, noch nicht einmal für eine angemessene Sicherung des Grundstücks wurde gesorgt. Im Januar 2015 wurde der Investor vom Landgericht zur Rückgabe des Grundstücks verurteilt, er legte Berufung ein. Dann ging der Investor in die Insolvenz, das Verfahren wurde unterbrochen, ein Insolvenzverwalter übernahm.

Man bestehe "auf die Rückgabe des Grundstücks, um es einer geordneten städtebaulichen Entwicklung zuzuführen", hatte die landeseigene Berliner Immobilienmanagement (BIM) am Mittwoch mitgeteilt. Das Grundstück sei derzeit ungesichert und stelle eine Gefahrenquelle dar. In der Nacht darauf kam es zu dem Unglück.

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