Berliner Nahverkehr : Pfefferspray in U-Bahn versprüht

Hochgiftige Flusssäure, Reizgas und Pfefferspray: Die Attacken in Berliner U-Bahnen häufen sich. Am Abend wurden in der U-Bahnlinie 8 mehrere Personen verletzt, darunter auch ein Kleinkind.

Sven Malzahn

In der Berliner U-Bahnlinie 8 sind am frühen Abend mehrere Menschen verletzt worden. Unbekannte sprühten gegen 17:15 Uhr auf dem U-Bahnhof Voltastraße Pfefferspray in einen Waggon, kurz bevor dieser abfuhr. Sechs verletzte Fahrgäste - darunter auch ein 22 Monate alter Junge - wurden mit Augenreizungen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

"Das ist kein dummer Jungenstreich mehr", erklärte die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz. "Das ist eine furchtbare Sache." Die mutmaßlichen Täter konnten unerkannt fliehen. Die Polizei sprach zunächst von drei, später von zwei Personen. Videobänder sollen nun Aufschluss über die Täter geben. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Erst Ende Juni hatten Jugendliche Reizgas im U-Bahnhof Alt-Tegel versprüht. Dabei waren acht Menschen verletzt worden. Noch ist nicht bekannt, ob es zwischen den beiden Attacken einen Zusammenhang gibt.

Zudem wurden in Berliner U-Bahnhöfen in den letzten Tagen mit Flusssäure mehrere Graffitis in Glasscheiben geätzt. Flusssäure ist ein hochgiftiges und ätzendes Kontaktgift. Auf dem U-Bahnhofgelände Friedrichsfelde wurde ein Mann vom Reinigungspersonal am Montag bei der Säuberung eines Waggons am Arm mit dieser Säure verätzt. Er musste zur Behandlung ins Unfallkrankenhaus Marzahn gebracht werden.

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