Beschuldigter vor Gericht : Ex-Freundin ausgeraubt und an Heizkörper gefesselt

Zwei Tage lang lag eine Hausverwalterin gefesselt und geknebelt in einer Wohnung in Wedding. Bei dem Täter soll es sich um den ehemaligen Freund der 53-jährigen Frau handeln.

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Der 40-jährige Rachid S. steht seit Montag vor dem Landgericht. Der Überfall auf die Hausverwalterin gehört aus Sicht der Anklage zu einer Serie von Gewalttaten, die er begangen haben soll. Insgesamt seien dabei 9000 Euro erbeutet worden. Der gelernte Schiffsingenieur aus Algerien verweigerte zunächst die Aussage.

Ein Rentner soll im Juni 2009 in Moabit Opfer des Angeklagten geworden sein. Der 71-Jährige hatte in einer Spielothek an Automaten gewonnen. Rachid S. soll das beobachtet haben. Als der Rentner ging, habe der Angeklagte schnell sein Bier bezahlt, erinnerte sich eine Angestellte. Im Hausflur des Opfers schlug der Täter zu. „Es kam einer von hinten, riss meine Börse aus der Tasche“, sagte der Rentner. Die Beute betrug 285 Euro. Im März und im April 2011 überfiel S. laut Anklage ein Musikcafé und einen Swingerclub. Er sei jeweils bewaffnet gewesen.

Bei dem Übergriff auf seine Ex-Freundin hatte er Ermittlungen zufolge die Pistole unter der Bettdecke versteckt. Mit gezückter Waffe soll er die Frau gezwungen haben, ihre Geldkarte herauszugeben. Er habe sein Opfer dann mit Paketklebeband sowie Kabeln gefesselt und an einen Heizkörper festgebunden. Zwei Tage habe die Hausverwalterin nichts zu essen und zu trinken bekommen. Der Angeklagte soll von Konten, die die Frau verwaltete, 6800 Euro abgehoben haben. Der Mann ist mehrfach vorbestraft. Mitte der 90er wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt.

Es folgten weitere Verfahren. Im jetzigen Prozess sind es gleich drei Psychiater, die ihre Einschätzung zu Schuldfähigkeit und Gefährlichkeit abgeben sollen. In Betracht komme Sicherungsverwahrung, hieß es am Rande der Verhandlung. Der Prozess geht Freitag weiter.

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