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Bestechungsverdacht : Berliner Polizist gab geheime Informationen an Rocker weiter

Er soll Dienstgeheimnisse an die stadtbekannten Rocker weitergegeben haben. Die Polizei ermittelt gegen einen Mann aus den eigenen Reihen und durchsuchte seine Wohnung.

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Schon lange kursierte das Gerücht, dass die Berliner Rockerszene einen Spitzel bei der Polizei unterhält, der sie gezielt vor Razzien warnte. Zu oft gab es Durchsuchungen, bei denen die Rocker gut vorbereitet schienen und kaum verwertbare Beweise oder größere Drogenmengen gefunden wurden. 

Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden schlugen die Ermittler jetzt zu. Sie durchsuchten die Wohnungen eines Polizeimeisters und seiner Bekannten in Reinickendorf und Spandau. Umfangreiches Beweismaterial wurde beschlagnahmt.

Umfangreiche Ermittlungen des zuständigen Kommissariates beim Landeskriminalamt hatten auf die Spur des Verräters geführt, der „im Verdacht steht, Dienstgeheimnisse gegen Sachwerte an Mitglieder eines Motorradclubs weitergegeben zu haben.“ Seinen Job ist er vorerst los. „Dem Polizeimeister wurde die Weiterführung der Dienstgeschäfte mit sofortiger Wirkung untersagt“, hieß es am Donnerstag aus dem Polizeipräsidium.

Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Geheimnisverrats und der Bestechlichkeit ermittelt.

Anfang Oktober hatte eine Personendurchsuchung während einer Versammlung der Rockergruppierung "Hells Angels MC Nomads Turkey" in Spandau mehrere illegale Waffen sowie Drogen zu Tage gefördert. Gegen 14 Personen war ein Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet worden. Der Einsatz war erfolgt, nachdem beunruhigte Anwohner die Polizei verständigt hatten.

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