Betrug : Angestellter hinterzieht 9,6 Millionen Steuern

Ein Zollsachbearbeiter steht vor Gericht, weil er Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Er übernimmt die Verantwortung, die Idee dazu soll allerdings ein bereits verstorbener Kollege gehabt haben.

BerlinEin Industriekaufmann muss sich seit Montag wegen Steuerhinterziehung vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der 32-jährige Mann soll als Zollsachbearbeiter eines Unternehmens in über 1000 Fällen Bauteile für Unterhaltungselektronik bei der Ein- und Ausfuhr falsch deklariert haben, so dass Zoll- und Umsatzsteuerabgaben nicht festgesetzt werden konnten. Dem Staatsanwalt zufolge wurden auf diese Weise von August 2003 bis Januar 2006 Steuern in Höhe von 9,6 Millionen Euro hinterzogen.

"Für die von mir erstellten Zolldokumente, übernehme ich die volle Verantwortung", sagte der Angeklagte vor Gericht. Seinen Angaben nach hatte er erkannt, dass die Abrechnungen falsch waren, und sie dennoch weitergegeben. Es sei ihm vorgegeben worden, welche Bauteile er anmelden sollte. Die Idee, die Waren bei Hauptzollamt falsch anzumelden, stamme jedoch nicht von ihm, sondern vom damaligen bereits verstorbenen Leiter der Materialwirtschaft, sagte der 32-Jährige. "Es war meine eigene persönliche Dummheit, dass ich mich dazu habe verleiten lassen".

Ob das Unternehmen damit absichtlich Zollkosten so gering wie möglich halten wollte, dazu konnte der Angeklagte keine Angaben machen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. (bvdw/ddp)

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