Bilanz des 1. Mai : 138 Festnahmen und 115 verletzte Einsatzkräfte

Die Polizei zieht Bilanz: Mehr Festnahmen aber weniger verletzte Polizisten als im vergangenen Jahr verzeichneteten die Sicherheitskräfte am 1. Mai in diesem Jahr. 10.000 Menschen nahmen in Berlin insgesamt an den Demonstrationen teil.

Krawall
So friedlich war es trotz 138 Festnahmen am 1. Mai seit Jahren nicht mehr. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting lobt die...Foto: ddp

BerlinSenatsinnenverwaltung und Polizei bewerteten den Polizeieinsatz rund um den 1. Mai in Berlin insgesamt als Erfolg. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, der Trend der vergangenen Jahre "weg von Straßenschlachten hin zu einem friedlichen 1. Mai" habe sich fortgesetzt. Bei Ausschreitungen in Kreuzberg wurden in diesem Jahr mehr Tatverdächtige festgenommen und weniger Polizeibeamte verletzt als 2007. Nach Angaben von Polizeipräsident Dieter Glietsch kamen mindestens 138 Personen in Gewahrsam. Im vergangenen Jahr waren in Kreuzberg am Tag der Arbeit 115 Personen festgenommen worden.

Nach einem Angriff auf den Berliner Polizeichef war es am Donnerstagabend immer wieder zu Auseinandersetzung zwischen Gewalttätern und der Polizei gekommen. Die Randalierer warfen unter anderem Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte. Die Beamten nahmen gezielt Straftäter fest.

Körting sagte, die Gewalttäter seien in Kreuzberg immer "isolierter". Sie könnten dadurch leichter festgestellt und festgenommen werden. Es sei aber "Realist genug, um zu wissen, dass der Spuk noch nicht ganz vorbei ist". Glietsch betonte, die Randale am Rande der Demonstrationen sei bedauerlich, habe den Tag der Arbeit und die Walpurgisnacht aber "nicht geprägt".

"Friedlichste Walpurgisnacht seit zehn Jahren"

Ersten Meldungen zufolge erlitten 90 Polizeibeamte Verletzungen. In keinem Fall sei eine stationäre Behandlung erforderlich gewesen, sagte Glietsch. Im vergangenen Jahr habe es 115 verletzte Einsatzkräfte gegeben.

In der laut Polizei "friedlichsten Walpurgisnacht seit zehn Jahren" in Berlin hatten Beamte am Mittwochabend 24 Personen festgenommen. 13 Polizeibeamte wurden verletzt, zwei weniger als 2007. Gegen neun Jugendliche und Heranwachsende wurden nach Angaben des Berliner Oberstaatsanwalts Jörg Raupach Haftbefehle erlassen, von denen acht gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden. Von den 138 am 1. Mai Festgenommenen sollen seinen Angaben zufolge 92 einem Haftrichter vorgeführt werden.

Rund 90 Prozent der Festgenommenen haben laut Glietsch die deutsche Staatsangehörigkeit. 66 stammen aus Berlin, 18 aus Brandenburg. Die übrigen kommen aus anderen Bundesländern. Ermittelt wird den Angaben zufolge in 91 Fällen wegen schweren Landfriedensbruchs und gegen acht Personen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Polizieipräsident angegriffen

Zu dem Angriff auf seine Person am Lausitzer Platz aus einer Demonstration heraus sagte der Polizeipräsident, er habe nicht damit gerechnet, dass er erkannt und seine Anwesenheit als Provokation aufgefasst werde. Seit sechs Jahren bewege er sich am Tag der Arbeit am Rande der Demonstrationen und auf dem Myfest, ohne dass dies zu "Unmut" geführt habe.

Glietsch war am Lausitzer Platz von Linksautonomen aus der abendlichen "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" heraus angegriffen worden. Personenschützer brachten ihn in einem Mannschaftswagen in Sicherheit. Das Auto wurde mit Flaschen, Steinen und Stühlen beworfen. Der Polizeichef blieb unverletzt. Körting unterstrich, er halte es für richtig, wenn sich Verantwortliche "vor Ort ein Bild von der Lage machen".(tbe/ddp)

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