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Blindgänger aus dem Weltkrieg : Bombenentschärfung in Schmargendorf beendet

Rund um die Hubertusallee in Berlin-Schmargendorf sind die Straßen leer - die Häuser auch. Experten vom Kampfmittelräumdienst haben mittlerweile die Weltkriegsbombe entschärft.

von und Stefan Kuhfs
Immer wieder werden in Berlin Blindgänger gefunden, wie hier im September 2013 in Schmargendorf eine 500 Kilo schwere, russische Weltkriegsbombe.Alle Bilder anzeigen
Foto: dpa
26.09.2013 15:26Immer wieder werden in Berlin Blindgänger gefunden, wie hier im September 2013 in Schmargendorf eine 500 Kilo schwere, russische...

Die in Schmargendorf gefundene Weltkriegsbombe ist entschärft. Der Einsatz hat länger gedauert als gedacht. Erst gegen 15 Uhr hatten die Experten vom Kampfmittelräumdienst die zwei Zünder an der Bombe sicher entfernt. Sie wurden vor Ort gesprengt. Die Bombe selbst wurde zum Sprenghof Grunewald gebracht, wo sie in den nächsten Wochen unbrauchbar gemacht wird. Seit 15.30 Uhr konnte die Polizei wieder auf das Gelände. Da die Sperrung offiziell aufgehoben wurde, können die Anwohner nun wieder in ihre Wohnungen zurück. Am morgigen Dienstag wird der Fundort wieder das sein, was er war: eine ganz normale Baustelle.

Die Experten vom Kampfmittelräumdienst waren seit etwa 13.30 Uhr dabei, die Zünder der 500 Kilogramm Fliegerbombe unschädlich zu machen. Anfangs sind sie davon ausgegangen, dass sich nur ein Zünder an der Bombe befindet. Was eigentlich nicht länger als etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen sollte, zog sich dadurch in die Länge.

Weiträumige Absperrungen in Schmargendorf

Seit dem Morgen waren Polizei-Teams durch das Sperrgebiet in Schmargendorf gegangen und haben an Haustüren geklingelt, um zu überprüfen, ob die Anwohner ihre Wohnungen verlassen haben - schließlich soll heute die 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft werden. Die Anwohner waren darüber nach dem Fund am Donnerstag informiert worden. Bei Bauarbeiten war die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Donnerstag in der Hubertusallee 54 gefunden worden.

Bereits nach dem Fund des Blindgängers erklärte die Polizei, dass in dem Sperrkreis Alten- und Pflegeeinrichtungen, mehrere Kitas und Botschaften liegen. Um die Räumung organisiert bewerkstelligen zu können, habe man sich entschieden die russische Fliegerbombe nicht sofort zu entschärfen, sondern die Beteiligten auf die Evakuierung der Häuser einzustellen und Ersatzunterkünfte zu suchen. So lange wurde die Bombe von der Polizei bewacht. Zwischenfälle habe es keine gegeben, hieß es.

Zum Glück sind Herbstferien

Laut Statistik befinden wären 3600 Personen von der Räumung betroffen. Doch diese Zahl bezieht nach Angaben einer Polizeisprecherin beispielsweise auch Schüler der umliegenden Schulen ein. Da aber in Berlin Herbstferien sind, müssten die Schulen nicht geräumt werden. Die Erzieher der Kitas machen mit ihren Kleinen Ausflüge, so dass die Kinder nicht anderweitig untergebracht werden müssen. Alle anderen Bewohner sind entweder auf der Arbeitsstelle oder haben sich anderweitig um Ersatzunterkünfte gekümmert. Rund 15 Leute, die "bewegungseingeschränkt sind", wie es hieß, wurden in der leeren Hildegard-Wegscheider-Schule in der Lassenstraße untergebracht. Das Bezirksamt hatte die Schule als Sammelort zur Verfügung gestellt und den Transport der Menschen organisiert.

Laut einem Polizeisprecher wurden auch die Bewohner eines Heimes für Demenzkranke woanders untergebracht.

Die Feuerwehr transportierte per Kran am Morgen ein Gerät, das etwa so groß und schwer wie ein Hundeanhänger ist, in die Baugrube. Mit diesem Gerät entschärfen die Experten per Wasserstrahlschneidetechnik den Blindgänger, indem der Zünder durch den Strahl herausgetrennt wird. Der Flughafen Schönefeld ist informiert worden, dass während der Sprengung keine Flugzeuge über der Sperrzone verkehren dürfen. Die Polizei hofft, dass die Entschärfung der Bombe in Kürze abgeschlossen sein wird, hieß es.

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